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Sternbergerland: Weg frei für neue Kita und Wohnraum

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Von: Sarah Lorencic

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VW Piepenstock, Hagener Straßer
Die brach liegenden Fläche rund ums Autohaus soll zu einem Mischquartier werden. Könnte auch das Autohaus für Wohnraum weichen? © Florian Hesse

Der Weg für die neue Kita im „Sternbergerland“ ist frei. Damit ebenfalls das Vorhaben, dort Wohnungen zu errichten. Der Planungsausschuss fasste des Satzungsbeschluss für das Baugebiet hinterm Autohaus Piepenstock. Bei der Durchsicht aller Dokumente wird ein Blick in Halver Zukunft deutlich. Wo jetzt das Autohaus steht, könnten Wohnungen hin. Aber wann?

Halver – Der Ausschuss für Planung und Umwelt hat den Satzungsbeschluss zum Sternbergerland einstimmig gefasst und damit einem neuen Quartier mit Wohnungen und einer neuen Kita den Weg freigeräumt. Doch es kam noch Kritik auf.

Sina Löschke aus der Grünen-Fraktion fragte nach gründlicher Durchsicht aller Unterlagen an, warum nicht verstärkt auf die Hinweise der Unteren Naturschutzbehörde eingegangen worden sei. Photovoltaik, Regenwasserversickerung und Bäume vermisst sie in den Plänen. Ihr und ihrer Fraktion liege daran, für jedes Projekt, das neu geplant und realisiert wird, Nachhaltigkeit zu garantieren. Was ist noch möglich, wollte sie wissen.

Jetzt, entgegnete Peter Kaczor vom Fachbereich Bauen und Wohnen, nichts mehr. In der Theorie zwar schon, aber das würde das Vorhaben um mindestens ein halbes Jahr nach hinten verschieben. Und das, so merkte Bürgermeister Michael Brosch an, sei mit Blick auf die voraussichtlich in Halver ankommenden Flüchtlinge noch mehr ein Problem als ohnehin. Betreuungsplätze fehlen und der Kita müsse man jetzt den Weg freimachen. „Es gibt einen großen Handlungsdruck in der Betreuung“, so Brosch.

Grüne wollen das Baugebiet nachhaltiger gestalten

Kaczor erklärte, dass etwaige Details „im nächsten Schritt“ kommen. Doch Uwe Leinung (Bündnis 90/Die Grünen) sieht dann das Mitspracherecht in Gefahr. „Wir sollten das nicht aus der Hand geben“, sagte er deutlich. Denn andere Erfahrungen habe man bezüglich des Neubaugebiets Herksiepe/Schillerstein gemacht. Brosch merkte daraufhin an, dass jetzt zwei Mitarbeiter aus der Runde damals nicht am Tisch saßen, die aber fortan einen schärferen Blick darauf werfen werden – die neue Klimaschutzmanagerin Karla Luchterhandt sowie Peter Kaczor, der nach langem Ausfall wieder im Dienst ist. Als Lösung für jetzt bot Brosch an, mit dem Investor Dr. Michael Piepenstock Kontakt aufzunehmen, und einen städtebaulichen Vertrag anzusprechen. Die Anregung wurde ins Protokoll aufgenommen, der Satzungsbeschluss wurde einstimmig gefasst. Die Kita kommt.

Einen weiteren Punkt, der bei Durchsicht der Unterlagen auffällt, ist das benachbarte Autohaus. In der Stellungnahme der Unteren Immissionsschutzbehörde zum Projekt wird empfohlen, Schallschutzwände aufgrund der Lärmbelästigung durch die B229 zu errichten. Weiter steht geschrieben: „Die Immissionsorte zwischen Sanitärbetrieb und Autohaus (WA1) würden erst dann eine Rolle spielen, wenn anstelle des Autohauses Wohnhäuser errichtet würden. Da dies irgendwann der Fall sein wird, müssen Lärmminderungsmaßnahmen bezüglich des Sanitärbetriebes getroffen werden.“ Die Formulierung „da dies irgendwann der Fall sein wird“, lässt Vermutungen Raum. Wie Peter Kaczor im AA-Gespräch erklärt, wurde mit dem Bebauungsplan der Weg für Wohnungsbau auf der Fläche des Autohauses grundsätzlich ermöglicht. Das Autohaus hat jedoch einen Bestandsschutz. „Erst mal ist das Ziel, eine Kita umzusetzen“, sagt der Stadtplaner. Aber in Zukunft – wenn auch in ferner – sieht man vor Ort auch mehr. Momentan gebe es „keine konkreten Absichten“. Und: „Pläne können sich wieder ändern, und dann ändern wir den Plan“, sagt Kaczor.

Gespräch mit Investor Dr. Michael Piepenstock

Das versichert auch Dr. Michael Piepenstock auf Anfrage. Ein Abriss des Autohauses und der Bau von Wohnhäusern sind „überhaupt nicht angedacht“. Der Lüdenscheider weist darauf hin, dass es bisher keinen Bebauungsplan für das Gelände gab. Der Bestandsschutz wurde ihm bei der Neuaufstellung versichert – und das war ihm wichtig. „Ich wäre ein schlechter Geschäftsmann“, sagt Piepenstock. Immerhin habe er erst vor wenigen Jahren ins Autohaus in Halver investiert.

Abgesehen davon: In Halver gebe es immer weniger Autohäuser. „Wenn sich wenige einen Kuchen teilen, bekommt man bekanntlich größere Stücke“, sagt er, um zu verdeutlichen, wie sehr er an dem Standort festhält und an ihn glaubt. Aber er sagt auch, er wisse nicht, was in zehn oder 15 Jahren ist. Wichtig war ihm zunächst, dass der brach liegenden Fläche am Autohaus eine Nutzung zugeführt wird, sagt Piepenstock. „Und Kitas sind in Halver Mangelware.“

Bezüglich der Anmerkung aus der Grünen-Fraktion, gibt er sich selbst als Freund davon an – und gerade mit Blick auf eine entstehende Kita wünscht er sich ein Umfeld, in dem sich Kinder dreckig machen können und „wo Kinder einfach Kind sein können“. Er hat bereits mit Generalbauunternehmern gesprochen, wie möglichst viele Bäume bleiben können und auch die Topografie erhalten werden kann.

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