Sterbekasse gibt Selbstständigkeit auf

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Leiteten die Versammlung: (von links) Peter Lausberg (2. Vorsitzender der Sterbekasse Nachbarschaft Heesfeld), Schriftführerin Roswitha Reikowski, Kassiererin Heidrun Schütter und Helmut Vogel, Vorstandsvorsitzender der Begräbnishilfe Berghofen.

Halver - Die Sterbekasse Nachbarschaft Heesfeld gibt ihre Selbstständigkeit auf und schließt sich der Begräbnishilfe Berghofen (Bochum) an.

Einstimmig stimmten die Mitglieder bei der letzten Jahreshauptversammlung in der Gaststätte „Zur Neustadt“ der Übernahme durch die größere Kasse zu. 

Letztmalig hieß Peter Lausberg, 2. Vorsitzender der Sterbekasse, die Mitglieder zu einer Jahreshauptversammlung willkommen. Eine Übersicht über das Geschäftsjahr gab Kassiererin Heidrun Schütter den Mitgliedern. Laut ihrem Bericht gehören derzeit 293 zahlende Mitglieder der Kasse an. Gründe für die Übernahme erläuterte Helmut Vogel, Vorstandsvorsitzender der Begräbnishilfe Berghofen und Vorstandsmitglied des Bochumer Versicherungsvereins: Niedrigzinsen und geringere Beiträge aufgrund der Tatsache, dass sich kaum junge Leute einer Sterbekasse anschließen, machte er als Ursachen für die schwierige Finanzsituation kleiner Nachbarschaften aus. 

Nachbarschaft Heedfled kann Rechnungszins nicht mehr erfüllen

Vor diesem Hintergrund würde die Kasse „in eine Verlustsituation fahren“, führte Vogel aus. Setze sich diese Entwicklung fort, könnten irgendwann keine Sterbegelder mehr gezahlt werden. Auch auf die am 1. Januar dieses Jahres in Kraft getretene Absenkung des Rechnungszinses (Rechnungsgrundlage für die Berechnung der Prämien und Deckungsrückstellungen) für Sterbekassen auf ein Prozent ging er ein. Dies beträfe nicht zuletzt die Nachbarschaft Heesfeld, die damit ihren erklärten Rechnungszins – drei Prozent – nicht mehr erfüllen könne. 

Wie es um die Einnahmen und Ausgaben der Heesfelder Sterbekasse bestellt ist, legte der Experte anhand des gesetzlich vorgeschriebenen versicherungsmathematischen Gutachtens dar. Als schlechtestes von mehreren möglichen Szenarien, um die negative Bilanz auszugleichen, beschrieb er die Auflösung der Kasse. Im Falle der Fusion mit der Begräbnishilfe Berghofen, die 15 000 Mitglieder habe, würde die Nachbarschaft mit allen Rechten und Pflichten übernommen. Berghofen habe mehrere Kassen übernommen. Weitere Übernahmen stünden 2017 an. 

Kleine Kassen sind künftig nicht mehr überlebensfähig

„Wenn Sie bei uns integriert werden, sind Sie bei uns im großen Topf. Der Trend bei Berghofen läuft gut.“ Um noch besser gestellt zu sein, werde Berghofen, so die Planungen, „in zwei bis drei Jahren auf den Bochumer Versicherungsverein (mit 38 000 Mitgliedern) übertragen werden“. Kleine Kassen seien künftig nicht mehr überlebensfähig. Viele würden nur noch Verluste schreiben. Übergangsweise sei bei der Übernahme eine Leistungskürzung um ein Siebtel notwendig, erklärte der Bochumer. 

Diese würde nach dem nächsten Gutachten jedoch wieder angehoben. Einstimmig stimmten die Mitglieder der Bestandsübertragung in die größere Kasse rückwirkend zum 1. Januar zu. Sobald die Bezirksregierung Arnsberg die Fusion genehmigt hat, wird die Heesfelder Nachbarschaft als geschlossene Einheit in der Bochumer Versicherung weitergeführt

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