Wegen Sperrung der B229 in Radevormwald

Anwohner der K3 von Raserei und Schwerlastverkehr genervt

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Wegen der Sperrung der B229 in Radevormwald – hier in Kettlershaus – fließt viel Verkehr über die K3.

Halver – Mit der Sperrung der B229 in Radevormwald hat die Verkehrsbelastung auf der K3 zwischen Schwenke und Anschlag stark zugenommen – und damit die Belastung der Anwohner.

Statt der offiziell ausgeschilderten Umleitung zu folgen, die über Wipperfürth und Hückeswagen führt, nutzen viele Pkw- und auch Lkw-Fahrer die K3 als Ausweichstrecke – sehr zum Ärger der Anlieger.

„Wir hatten ohnehin schon an den Wochenenden Probleme mit Motorrädern, aber mit der Umleitung ist es extrem geworden“, sagt Anlieger Lars Winterhagen bei einem Gespräch vor Ort. Während des Termins fahren zahlreiche Pkw, aber auch einige Lkw mit erhöhtem Tempo vorbei. Kennzeichen aus Wuppertal, dem Rheinisch-Bergischem und Oberbergischem Kreis, bei den Lkw auch aus dem Ausland, zeigen, dass nicht nur Anlieger die Straße nutzen. „Wenn die hier morgens um 5 Uhr Beschleunigungsrennen machen, brauche ich keinen Wecker mehr zu stellen“, sagt Winterhagen. Besonders schlimm sei es im morgendlichen Berufsverkehr zwischen 5 und 9 Uhr, bestätigen auch Uwe und Petra Schulze.

Straßen.NRW sieht leichte Besserung

Straßen.NRW wollte mit einer zusätzlichen Beschilderung die Umleitung deutlicher machen. „Nach unserem Eindruck hat sich die Situation etwas gebessert“, sagt Pressesprecher Johannes Szmais von der Straßen.NRW-Regionalniederlassung Rhein-Berg, die die Sanierung der B229 in Radevormwald durchführt. Trotz aufgestellter Beschilderung und Polizeikontrollen gebe es aber immer noch Leute, die die Abkürzung statt der ausgeschilderten Umleitung benutzen. Deswegen gebe es auch weiterhin Beschwerden.

„Es ist nach wie vor ein Problem, das sich leicht entspannt hat, aber nicht vollständig“, sagt Szmais und appelliert an die Rücksichtnahme der Autofahrer. „Die Leute sollten nicht nur an sich denken, sondern auch an die Lebensqualität der Anlieger.“ Schließlich sei die B229-Sanierung und damit die Sperrung zeitlich begrenzt.

Es sei ein wenig ruhiger geworden, schätzt Jürgen Schmidt, aber mit der Beschilderung der Umleitung ist er nicht ganz zufrieden: „Es gibt viele, die von Wipperfürth rüberfahren, aber es ist von dort keine Beschränkung bis 7,5 Tonnen ausgeschildert.“ Für die ausländischen Lkw-Fahrer tue ihm die schlechte Beschilderung auch Leid.

Für Uwe Schulze liegt es weniger an der Beschilderung. „In Halver ist es diesmal großräumig aus allen Richtungen ausgeschildert, dass die Umleitung U5 gefahren werden soll“, sagt er. „Die Leute denken aber: Das ist noch so weit weg, da kommen wir noch durch.“ Nach dem Motto „Mal schauen, wie weit man kommt“ würde die Beschilderung ignoriert. Und viele Ortskundige nutzten zusätzliche Abkürzungen über schmalere Straßen wie Büchenbaum oder die Beverstraße.

Anwohner wollen mehr Kontrollen

An letzterer gilt Tempo 30. Nach Anwohnerbeschwerden, dass gerast werde, habe man Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt, sagt Polizeihauptkommissar Matthias Grünewald von der Polizei Halver. Der erhöhte Pendelverkehr gerade zu Stoßzeiten sei für die Anwohner ungewohnt. Bei den Messungen sei aber alles im Rahmen gewesen. Verbieten könne man Pkw-Fahrern die Nutzung der K3 – eine öffentliche Kreisstraße – aber nicht.

„Wenn sie hierherfahren, sollten sie sich an die Geschwindigkeit halten“, findet Petra Schulze. Das ist aber nicht der Fall. „Es wird gerast ohne Ende, an 50 hält sich hier keiner“, beklagt Bernd Boginski. Mit 70, 80 oder 90 km/h würde über die K3 gefahren, sagen die Anwohner. Deswegen wünsche man sich mehr Präsenz der Polizei und mehr Geschwindigkeitsmessungen, sagt Schmidt: „Wir hoffen, dass der Spuk bald vorbei ist.“

Nach der Vollsperrung der B229 in Radevormwald soll im nächsten Bauabschnitt ab der Halveraner Stadtgrenze der Verkehr einspurig geführt werden. Wie sich das auf den Verkehr auf der K3 auswirkt, lässt sich noch nicht absehen.

Dass dann möglicherweise weiterhin so viele Autos mit deutlich erhöhter Geschwindigkeit dort entlang fahren, bereitet Winterhagen Sorgen, denn: „In ein paar Wochen stehen hier Kinder an der Bushaltestelle.“

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