Starenkasten am Eichholz wartet auf „Kundschaft“

Keine Gnade mehr mit Temposündern: Seit gestern funktioniert der Starenkasten am Eichholz in Fahrtrichtung Oeckinghausen wieder. Ein Unternehmen installierte die Geschwindigkeitssensoren im Asphalt. ▪ F. Zacharias

HALVER ▪ Mehr als ein Jahr lang fristete der Starenkasten am Eichholz ein Schattendasein – doch seit gestern müssen sich Autofahrer auf der Bundesstraße 229 in Richtung Brügge wieder besonders in Acht nehmen. Infolge der lange andauernden Asphaltierung zwischen der Einmündung Falkenstraße und der Ortslage Oeckinghausen im Jahr 2009 waren die Geschwindigkeitssensoren der Anlage entfernt worden.

Gestern wurden sie wieder in den Asphalt eingebracht. Sobald die Messpunkte zu schnell überfahren werden, wird das entsprechende Fahrzeug geblitzt. In der Folge entstehen die bei Autofahrern wohl unbeliebtesten Fotos: Nicht nur am Eichholz, sondern auch an weiteren 24 stationären Messstellen misst der Märkische Kreis die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer. Insgesamt vier dieser Anlagen sind auf Halveraner Stadtgebiet zu finden: an der B 54 in Oberbrügge (Tempo 50), an der Landesstraße 528 bei Schmidthausen (Tempo 70) sowie an der B 229 in Schwenke (Tempo 70). Und eben am Eichholz, wo eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 Stundenkilometern gilt.

Wie Gudrun Hornemann vom Straßenverkehrsamt des Kreises erklärt, seien die Anlagen jedoch nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit „scharf“ geschaltet. „Wir wechseln die Kameras durch, so dass wir auch nicht repräsentativ sagen könnten, zu welcher Jahreszeit die meisten Temposünder geblitzt werden.“ Zudem lägen für die vergangenen beiden Jahre kaum Zahlen für die Halveraner Messstellen vor: Entweder aufgrund von Baustellen an den betroffenen Stellen oder wegen nicht aktiver Starenkästen stammen die jüngsten repräsentativen Zahlen aus dem Jahr 2008. Damals erfasste die Messstation Eichholz 297 Temposünder in zwölf Monaten. Noch weniger tappten bei Schmidthausen in Fahrtrichtung Kierspe in die Blitzer-Falle: Dort waren es „nur“ 256 Geschwindigkeitsüberschreitungen. Unrühmlicher Spitzenreiter ist der Starenkasten an der Volmestraße in Oberbrügge, der im Jahr 2008 insgesamt 461-mal auslöste, in Schwenke wurden 324 Autofahrer geblitzt. Die durchschnittliche Geschwindigkeitsüberschreitung wird nicht statistisch nachgehalten.

Nach zwei Jahren der relativen Ruhe müssen sich die heimischen Autofahrer nun aber wieder verstärkt auf Tempokontrollen gefasst machen, wie Gudrun Hornemann erklärt. Allerdings stellten die durch stationäre Anlagen ertappten Temposünder die Minderheit dar, mobile Geschwindigkeitskontrollen würden weitaus mehr Raser entlarven. „Bei 256 Fällen wie bei Schmidthausen 2008 zahlen wir sogar am Ende mehr für die Anlage als diese einbringt.“ Etwa 500 Raserfotos pro Anlage seien durchaus normal, sagt Hornemann. „Die Halveraner fahren also recht ordentlich“, stellt sie fest.

Dennoch steht der Starenkasten bei Schmidthausen nicht ohne Grund dort: Im Jahr 2001 war die Installation der Anlage infolge mehrerer tödlicher Verkehrsunfälle auf der Strecke nach Kierspe in Auftrag gegeben worden. ▪ Frank Zacharias

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