Standing Ovations für Lüdenscheider Musiker

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Das Lüdenscheider Vokalensemble, das Lüdenscheider Consort, die Sopranistin Franziska Förster und Dirigent Dmitri Grigoriev sorgten am Sonntagabend für ein einstündiges Bach-Konzert, das das Publikum begeisterte.

Halver -  „Standing Ovations“ und dies lang anhaltend waren zweifellos der Lohn für das Lüdenscheider Vokalensemble, das Lüdenscheider Consort, Sopranistin Franziska Förster und Dirigent Dmitri Grigoriev am Sonntag in der Christus-König-Kirche in Halver. Die rund 70 Zuhörer waren absolut begeistert von dem Dargebotenen – dem Konzert „Bach zum Sonntag – Cantate“.

Von Ilka Kremer

Auf dem etwa einstündigen Programm standen: Motette „Jesu, Meine Freude“, Kantate „Ich bin vergnügt mit meinem Glücke“, Motette „Komme, Jesu komm“, Präludium und Fuge und Motette „Fürchte dich nicht“. 16 Sängerinnen und zehn Sänger bildeten den Chor. Sechs Geigen, zwei Celli, eine Klarinette und eine Orgel das Orchester. Bachs Motetten stellen unter seinen Kompositionen die vollkommenste und auch faszinierendste Folge dar. Von der Bach-Familie seit Generationen gepflegt, bildeten sie das Kernrepertoire, das alle Schüler Bachs zu singen und zu beherrschen hatten.

Dass das Lüdenscheider Vokalensemble sie beherrscht, stellten die Sängerinnen und Sänger am Sonntag unter Beweis. Sie sangen und musizierten mit unglaublicher Präzision und ungeheurer Konzentration. Sie wurden den höchsten Anforderungen, die die Motetten durch ihre außergewöhnliche Komplexibilität und Dichte an die ausführenden Musiker stellen, gerecht. Die Motetten forderten ihnen alles ab: Durchhaltevermögen, eine ungewöhnliche Virtuosität und ein Gespür für die unerwarteten Veränderungen von Kanon, Fuge und Kontrapunkt – anspruchsvoll und unendlich fesselnd. Die Zuhörer erlebten von der Musik berührte Sängerinnen und Sänger. Und diese erlebten gleichwohl von der Musik berührte Zuhörer. Bachs von Grund auf mitfühlende Natur, seine tänzerische Freude am Lobe Gottes und seine absolute Zuversicht in der Erwartung des Todes wurden hier mehr als deutlich.

Faszinierend zu beobachten: die perfekte Abstimmung zwischen Dirigent, Chor und Instrumentalisten. Perfekte Einsätze der verschiedenen Stimmen und Tempi durch ständigen Blickkontakt mit Dmitri Grigoriev. Mehr als überzeugend dabei die Leistungen von Klarinette und erstem Geiger während der Kantate. Ein hervorragendes Spiel und eine hervorragende Solistin: Mit ihrer wunderbaren Stimme und ihrer Anmut zog Sopranistin Franziska Förster das Publikum in ihren Bann.

Präludium und Fuge trug Dmitri Grigoriev selbst vor. Mit größter Ruhe und äußerster Konzentration spielte er dieses ausladende und anspruchsvolle Orgelwerk von Johann Sebastian Bach auf der kleinen Orgel. Darauf folgte die Motette „Komm, Jesu, komm“ und schmiedete erneut eine Allianz zwischen Dirigent und Chor. Der letzte Akkord war noch nicht ganz verhallt, da applaudierte das Publikum bereits. Es schien, als seien die Zuhörer froh, endlich klatschen zu können, endlich ausdrücken zu können, wie großartig dieses Konzert war. Zwei Abgänge lang applaudierten sie und als Dmitri Grigoriev ein drittes Mal sein Podest betrat und sich verbeugte, hielt die Zuhörer nichts mehr auf den Bänken, der Beifall verstärkte sich nochmal, Begeisterungsrufe forderten eine Zugabe. Und die bekam das beglückte Publikum dann auch.

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