Stadtwerke: Fast 300 000 Euro für den Stadtsäckel

Stadtwerke-Geschäftsführer Michael Schmidt.

HALVER ▪ Die Stadtwerke blicken zufrieden auf das abgelaufene Geschäftsjahr. Geschäftsführer Michael Schmidt freut sich, dass das Unternehmen das „hohe Leistungsniveau“ gehalten habe – und das trotz Wirtschaftskrise.

Der Gesamtumsatz verringerte sich geringfügig um 0,6 Prozent auf 2 924 000 Euro. Insgesamt konnten die Stadtwerke einen Jahresüberschuss von rund 205 000 Euro erwirtschaften, 200 000 Euro davon werden an beide Gesellschafter, die Stadt Halver (51 Prozent) und Mark- E (49 Prozent), ausgeschüttet.

Inklusive der Konzessionsabgabe würden fast 300 000 Euro an die Stadt fließen, unterstreicht Schmidt. „Somit können die Stadtwerke Halver einen nicht geringen Anteil an der Konsolidierung des städtischen Haushaltes beitragen.“ Zugleich hofft er darauf, diesen Trend fortsetzen zu können.

Als negative Faktoren sieht der Stadtwerke-Chef dabei vor allem die demografische Entwicklung und die der Bevölkerungszahl. So habe die Stadt Halver in den vergangenen Jahren mehrere hundert Bürger verloren, was sich auch in Leerständen von Wohnungen und damit auf den Wasserverbrauch auswirke. Die Zahl der Kunden sinkt damit. Und: „Durch noch sparsamere Trinkwasserverwendung in Halver sank der Absatz um knapp 5 Prozent auf 717 000 Kubikmeter.“ Im vergangenen Jahr hinzugekommen sei angesichts der konjunkturellen Lage zudem ein sinkender Absatz bei Industrie- und Gewerbekunden.

Auf der Seite der positiven Nachrichten steht die Steigerung des selbst geförderten Wassers aus Brunnen, von 32 Prozent im Jahr 2008 auf 38 Prozent im vergangenen Jahr. Dies bedeutet, dass weniger Wasser zugekauft werden musste. Aufgrund der innerhalb des Wasserbeschaffungsverbandes festgelegten Mindestmengen beim Zukauf liege man aber mit dem nun erreichten Anteil ziemlich an der Grenze. „Das Solidarprinzip will man nicht aufs Spiel setzten.“ Bei den Investitionen wurde auch 2009 wieder auf Substanzerhaltung gesetzt – insgesamt 110 Kilometer Wasserleitungsnetz gilt es in Schuss zu halten. Bislang liege der Wasserverlust mit zwei Prozent weit unter dem Durchschnittswert von zehn Prozent. Schmidt: „Diesen wollen wir halten.“ Gesamtinvestitionen in Höhe von mehr als 700 000 Euro sind für dieses Jahr eingeplant.

Wie der Mehrheitsgesellschafter, die Stadt Halver, die Zukunft der Stadtwerke sieht, kann Geschäftsführer Schmidt noch nicht sagen. Er wisse nicht, welche Vorteile Kämmerer Markus Tempelmann sehe. Wie berichtet, hatte dieser in seiner jüngsten Haushaltsrede das bisherige Konstrukt infrage gestellt, das auf seine Optimierbarkeit geprüft werden müsse. „Hier ist aus meiner Sicht der größte Konsolidierungsbeitrag zu erwarten“, hatte Tempelmann erklärt. Schmidt weiß zwar, dass die Entscheidung bei der Stadt liege, doch: „Eigentlich spricht der Jahresabschluss für sich.“ ▪ Marco Fraune

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