Stadtwehrappell: Feuerwehr ist ein starkes Team

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Elf junge Feuerwehranwärter wurden von Wehrleiter Stefan Carkowski zu Feuerwehrmännern ernannt. ▪

HALVER ▪ „Gemeinsame Traditionsabende der Feuerwehr sind in unserer Region selten geworden. Es ist schön, dass wir so Abende haben, an denen wir alle unter einem Dach versammelt sind.“ So begrüßte Wehrleiter Stefan Czarkowski am Samstag die 200 Anwesenden beim Stadtwehrappell.

Seit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr im Jahr 1947 hat die Veranstalung Tradition. Czarkwoski blickte auf das recht ruhige Jahr 2011 zurück. Arbeitstechnisch sei der Brand der Firma Zimmermann an der Eichendorffstraße eine große Herausforderung gewesen, da dort Kollegen sogar Rauchvergiftungen erlitten hätten. Jedoch sei der schwierige und nervenaufreibene Einsatz gut bewältigt worden, da die Feuerwehr sehr gut strukturiert sei. Zudem war die Anschaffung des neuen Hub-Rettungswagen im November ein echter Höhepunkt für die Mitglieder. Außerdem wurde der sogenannte Kinderbrandschutz, in dessen Rahmen an Grundschulen die Kleinen über die Gefahr von Feuer aufgeklärt werden, sowie die Jugendarbeit gelobt. „Die Ausbildung ist sehr gut“, erklärte Czarkowski und freute sich, dass die Wehr viele junge Menschen übernehmen könne. Sorge bereite der Feuerwehr trotzdem der demographische Wandel, da immer weniger junge Menschen nachkämen, so dass es in Zukunft Engpässe geben könne.

Zudem kritisierte Czarkowksi die EU-Politik, die darauf hin arbeite, dass es neben Vollzeitjob und Ehrenamt bald nur noch möglich sein solle, maximal 48 Stunden pro Woche zu arbeiten. „Bei einer 40-Stunden-Arbeitswoche acht Stunden für die Feuerwehr aufwenden zu können ist unmöglich. Viele wissen nicht, dass die Halveraner Feuerwehr zu 100 Prozent ehrenamtlich ist und jeder von uns nebenbei noch arbeiten muss“, erläuterte Czarkowski den Hintergrund. Desweiteren lobte der Leiter der Feuerwehr die zahlreichen Kollegen, die sich intern, beim Kreis und an der Feuerwehr-Akademie in Münster weitergebildet hatten. Zu den erworbenen Zusatzqualifikationen gehörten Bereiche der Ölschädenbeseitigung, der Katastrophenschutz oder angewandte Seelsorge.

Bürgermeister Bernd Eicker lobte die Arbeit der Feuerwehr. Zudem sei Halvers Wehr gut ausgestattet und auch das Geräthaus sei repräsentativ für den ganzen Kreis. Für das Jahr 2012 sagte er die Anschaffung eines neuen Feuerwehrlöschwagens zu, der circa 250 000 Euro koste. „Sicherheit ist immer kostspielig und vergleicht man unser Budget mit einer anderen, ähnlich großen Stadt im Kreis, die noch eine eigene Berufsfeuerwehr besitzt, so liegen wir deutlich unter dem Schnitt.“ Deren Budget läge bei rund 1,8 Millionen Euro pro Jahr.

Als weitere Gastredner waren Kreisbrandmeister Rainer Blumenrath und vom Feuerwehrverband Märkischer Kreis, Georg Würth, vor Ort. Beide lobten den zuverlässigen Standort Halver mit seinen rund 170 aktiven Mitgliedern.

Jedoch wurde von beiden auch die Notwendigkeit, weiterhin die Jugend anzusprechen angemerkt, so dass man den Nachwuchssorgen frühzeitig entgegen wirken könne. Würth ergänzte, dass die Feuerwehraufgaben andere seien, als noch vor 40 Jahren. „Man muss sich neu positionieren. Entscheidend sind die sehr ausdifferenzierten Fachbereiche, die sich entwickelt haben.“ Halver sei, so Würth, mit dem Zusammenspiel von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und dem Roten Kreuz hervorragend ausgestattet. ▪ bf

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