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Skatturnier im MK: Der Sieger steht fest 

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Von: Thilo Kortmann

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Stadtmeisterschaft im Skat.
Stadtmeisterschaft im Skat. © Kortmann, Thilo

Skat ist nicht einfach nur ein Kartenspiel, sondern erfordert extreme Konzentrationsfähigkeit und strategisches Denken. In Halver gibt es richtige Skat-Experten, die einmal im Jahr im Wettbewerb gegeneinander antreten. Das Stichspiel hat eine mehr 200 Jahre lange Tradition, damals entstanden aus seinem Vorgänger, dem bayerischen Schafkopf-Kartenspiel. Seit mehr als 40 Jahren gibt es die Halveraner Skat-Stadtmeisterschaft.

Halver - Damals wurde sie ins Leben gerufen von Rudi Behnke-Schoos vom SPD-Ortsverein Carthausen. Heute steht die SPD Halver immer noch als Pate für die Veranstaltung. Am Sonntag lud sie alle Fans des anspruchsvollen Kartenspiels ins Bürgerzentrum in Halver ein, um den neuen Stadtmeister zu ermitteln. 23 Kartenspieler aus dem Märkischen Kreis und darüber hinaus traten gegeneinander an, nachdem eine Startgebühr von 10 Euro von jedem entrichtet wurde.

Stadtmeisterschaft im Skat.
Reinhard Göddert organisiert die Traditionsveranstaltung. © Kortmann, Thilo

In zwei Spielrunden mit jeweils 48 Spielen wurde nach dem neuen Skat-Stadtmeister gesucht. Die erste Runde wurde ausgelost. Bei der zweiten Runde gab es eine Setzliste, in der die Besten nach der ersten Runde platziert wurden. Um 10 Uhr war Meldebeginn, um 11 Uhr dann der Start an den Tischen. „Gut Blatt” tönte es durch den Raum im Bürgerzentrum.

Nach mehr als sechs Stunden (inklusive Mittagspause), um 17.10 Uhr, konnte sich Günther Herrmann aus Meinerzhagen über seine Titelverteidigung und die Siegprämie von 100 Euro freuen. Mit 2731 Punkten verteidigte er seinen Titel von 2019. Peter Kubacki aus Lüdenscheid verteidigte mit 2668 Punkten ebenfalls seinen zweiten Platz von vor zwei Jahren. Den dritten Platz mit 2631 Punkten belegte Johannes Stender aus Lüdenscheid.

Organisator und Spielleiter Reinhard Göddert nahm die Siegerehrung vor. Insgesamt wurden 485 Euro bis zum elften Platz als Geldpreise vergeben.

Wegen Corona musste die Skat-Stadtmeisterschaft 2020 abgesagt werden. Doch dieses Jahr drehte sich an den Skat-Tischen wieder alles um Stiche oder Reizen – pro Tisch jeweils drei oder vier Spieler. Mit dabei viele erfahrene Teilnehmer, die das Kartenspiel über Jahrzehnte hinweg mit Leidenschaft intensiv zelebrieren.

Stadtmeisterschaft im Skat.
Stadtmeisterschaft im Skat. © Kortmann, Thilo

Ältester Teilnehmer war Willi Risch (87), der seit 75 Jahren Skat spielt. Uwe Scheunemann (54) aus Wermelskirchen dagegen war der jüngste Teilnehmer. „Seitdem ich 16 bin, spiele ich Skat. Die Mischung aus Geselligkeit und anspruchsvollem Kartenspiel sagt mir sehr zu“, erzählt der Wermelskirchener, der durch einen Bekannten auf die Skat-Stadtmeisterschaft in Halver aufmerksam wurde.

Für Nichtkenner wirkt Skat wie eine Fremdsprache, wie eine Wissenschaft, zu der man keinen Zugang bekommt. „Ein Mathematikprofessor hat mal gesagt, dass Skat komplizierter als Schach ist“, sagt Reinhard Göddert, der auch seit seiner Jugend dem Kartenspiel verfallen ist. „Skat ist gutes Training für den Kopf. Jeden Stich muss man in Erinnerung haben. Es ist Gedächtnistraining. Logisches und strategisches Denken wird zudem geschult“, erklärt Göddert.

Eine Faszination, für die es keinen Nachwuchs gibt. „Es gibt leider keine jungen Skatspieler mehr“, sagt Göddert. Um die Wiederauflage der Skat-Stadtmeisterschaft im nächsten Jahr muss er sich allerdings keine Sorgen machen. „Alle Teilnehmer wollen 2022 wieder mitmachen“, sagt er.

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