Stadt will Google walten lassen

+
Das Fotografieren der Lindenhofschule wird auch Google erlaubt.

HALVER ▪ Die Zahl der Widersprüche aus Halver steigt weiter. Gestern ist die 100er-Marke überschritten worden, gibt die zuständige Mitarbeiterin für die Weiterleitung an den Internetgiganten, Nicole Schmies, den Zwischenstand an. So viele Bürger wollen nicht, dass Bilder von ihrem Haus und Grund beim Street View-Projekt im „world wide web“ erscheinen.

Während die Bürger sich um ihre Persönlichkeitsrechte sorgen, hat die Stadt weniger Bedenken. Wie Bürgermeister Dr. Bernd Eicker auf AA-Anfrage erklärt, werde man keinen Widerspruch gegen die Veröffentlichung einlegen. Schulgebäude werden damit in der geplanten 3D-Darstellung auf den Computer-Bildschirmen erscheinen. „Es ist vertretbar, sich Schulen anzusehen“, findet der Bürgermeister. Dabei bewertet er vor allem den Bürgerservice. Denn so soll Interessierten die Möglichkeit gegeben werden, sich ein genaues Bild von den Bildungseinrichtung zu machen, von außen. Anders hält es beispielsweise die Stadt Hemer. Vom Ausrichter der Landesgartenschau heißt es: „Auch die Stadt Hemer selbst hat Widerspruch gegen die Veröffentlichung der eigenen Liegenschaften erhoben, die nicht von touristischem Interesse sind und einem besonderen Schutz unterliegen, wie beispielsweise Kindergärten, Schulen und Altenheime.“

Die Stadt Halver sieht hingegen aktuell noch keinen Handlungsbedarf. „So ein großes Problem haben wir in der Veröffentlichung der Bilder nicht gesehen“, erklärt Bürgermeister Eicker. Die Ansprechpartnerin für Google-Widersprüche ergänzt, dass aber noch weiterhin die Möglichkeit bestehe, Widerspruch gegen die Bilder von Kindergärten oder auch Schulen einzulegen. Schmies: „Wir werden uns die Bilder noch einmal angucken, wenn sie online stehen.“

Dass weiterhin viele Bürger gar nicht bis zu einer Veröffentlichung warten wollen, verdeutlichen die 100 bei der Stadt abgegebenen Widersprüche gegen Google. Und es könnten noch viele folgen, denn es besteht weiter über die Internetseite der Stadt die Möglichkeit, das Widerspruchsformular herunterzuladen und auszudrucken. ▪ Marco Fraune

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare