Stadt mit 14 Sirenen flächendeckend versorgt

+
In Halver gibt es nach wie vor Sirenen, die zumeist auf öffentlichen Gebäuden, wie dem Rathaus, installiert sind.

Halver - Vor Flieger- oder Bombenalarm müssen die Halveraner nicht (mehr) gewarnt werden. Und doch hat man Anfang der 1990er Jahre, als die Zeit des Kalten Kriegs endgültig vorbei zu sein schien, zwar die Anzahl der Sirenen deutlich reduziert, nicht aber ganz darauf verzichtet.

Von Det Ruthmann

„Wir hatten einmal mehr als 40 Sirenen“, weiß Lutz Eicker vom Fachbereich Bürgerdienste. Heute sind es noch 14, doch damit sei das Stadtgebiet „alarmmäßig“ abgedeckt. Allerdings wurden die „Heuler“, wie sie auch genannt werden, in der jüngeren Vergangenheit lediglich aus Feuerschutzgründen eingesetzt. Die „grauen Pilze“ sind zumeist auf öffentlichen Gebäuden wie Feuerwehrgerätehäusern oder auch dem Rathaus installiert.

In Halver finden sich Sirenen am Anemonenweg, in Ober Buschhausen, Schmidtsiepen, Anschlag, Carthausen, Heerstraße, Ober Bommert, Thomas-, Humboldt- und Elberfelder Straße, am Kreisch, in der Vömmelbach sowie an der West- und der Frankfurter Straße. „Wir wollten auf keinen Fall darauf verzichten“, erinnert sich Eicker. Das zahlt sich heute aus. Denn während in anderen Kommunen Geld in die Hand genommen werden muss, um wieder über diese Alarmierungsmöglichkeit verfügen zu können, fallen in Halver „nur“ die Wartungs- und Unterhaltungskosten an.

Thomas Klein vom Amt für Bevölkerungsschutz des Märkischen Kreises bestätigt die recht ordentliche Versorgung der Stadt im Grünen mit Sirenen. Das sieht beispielsweise in Lüdenscheid und Kierspe anders aus, wo die „Heuler“ fehlen. Zumindest Stand September vergangenen Jahres, als sich die Verantwortlichen zum Thema „Sirenenalarmierung“ im Kreishaus trafen. Klein begrüßt, dass das Thema wieder auf der Tagesordnung steht und das Land den Kommunen Mittel zur Verfügung stellt.

Während es technisch gesehen keine Probleme geben würde, so Klein, den Katastrophenschutz auf die Sirenen zu schalten („Das ist alles ein Frage des Konzepts“), werden die Kommunen im Märkischen Kreis in einem zweiten Schritt Öffentlichkeitsarbeit betreiben und den Bürgern erklärten, welche Ton- beziehungsweise Heul-Folgen was bedeuten.

Es werde voraussichtlich einen Mix geben: Wenn eine Sirene die Menschen alarmiere, könnten sie das Radio einschalten, im Internet oder auf dem Smartphone nachsehen. In einigen Städten von Nordrhein-Westfalen wird bekanntlich eine „Katastrophen-App“ getestet. Die Feuerwehrchefs und Ordnungsamtsleiter haben sich zu einem weiteren Gespräch für den Herbst im Kreishaus verabredet.

Bis dahin werden auch die Städte und Gemeinden, die aus Kostengründen die Sirenen abgeschafft haben, ihre Planungen für die Wiederinstallation vorangetrieben und ein Konzept erstellt haben, das mit dem Märkischen Kreis abgestimmt werden kann.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare