Stadt kauft Halver-Rollen doch nicht

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Doch nicht von der Stadt erworben: der leerstehende Gewerbekomplex Halver-Rollen an der Hermann-Köhler-Straße. Die weitere Verwendung der Flächen und Gebäude ist offen.

Halver - Es war ein Immobiliengeschäft der etwas kurioseren Art, wie es auch Stadtkämmerer Markus Tempelmann wohl noch nicht erlebt hat.

„Stadt Halver kauft Hotel Frommann und Halver-Rollen“ hatte unsere Zeitung am 20. Januar gemeldet. Das war an jenem Tag noch richtig, am Folgetag aber nicht mehr ganz.

Der Kaufvertrag sei inzwischen rückabgewickelt, neu geschlossen und notariell beurkundet, vermeldeten jetzt Tempelmann und Bürgermeister Michael Brosch, die dafür sogar einen Dringlichkeitsbeschluss des Rates hatten herbeiführen müssen. Jetzt ist die Stadt lediglich Eigentümer des Ex-Hotels. Ein Schaden ist der Stadt aus der Umwandlung der Verträge nicht entstanden, betonten beide.

Keine Übernahme als Paket

Die Gebäude und Grundstücke, beide aus der Insolvenzmasse des verstorbenen Lüdenscheider Immobilienunternehmers Horst Hellerforth, waren zum Zeitpunkt der Kaufverhandlungen nur im Paket zu haben gewesen. Das jedenfalls sei ausdrücklich und auch auf Nachfragen Aussage des Insolvenzverwalters gewesen, gibt Tempelmann die Gespräche wieder.

Richtig war das allerdings nicht. Die betreibende Gläubigerbank, die Sparkasse Lüdenscheid, hatte jedenfalls von einer derartigen „Paketlösung“ gar nichts gewusst, stellte sich am Folgetag heraus. Die Veräußerung des Komplexes Halver-Rollen habe überhaupt nicht auf der Agenda gestanden.

Auslöser für das Verwirrspiel sei offenbar gewesen, dass zum Zeitpunkt der Verhandlungen drei Grundbucheinträge zur Diskussion standen: über das Hotel, über das angrenzende Ackerland und eben den Komplex Halver-Rollen. Und Letzteren wähnte der ortsfremde Insolvenzverwalter offenbar in der Nähe des Hotels.

Nutzung bleibt offen

Im Ergebnis ist nun das frühere Hotel Haus Frommann Eigentum der Stadt und soll für die Unterbringung von zugewiesenen Flüchtlingen genutzt werden. 60 Plätze, so die derzeitige Planung, wären dort realisierbar.

Für die leerstehende Immobilie Halver-Rollen hingegen, die die Stadt notgedrungen hatte miterwerben müssen, hatte man sich im Rathaus eine andere Lösung einfallen lassen. Auf mittel- oder langfristige Sicht hätte sich für die eigentlich attraktive innerstädtische Lage auch Wohnbebauung angeboten. Und im Notfall hätten die Räume auch als Puffer zur kurzzeitigen Unterbringung von Flüchtlingen dienen können.

Diese Option, die auch auf Facebook zu einem regen Meinungsaustausch geführt hatte, ist nun vom Tisch. Die weitere Verwendung der Flächen ist unklar.

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