Halver: Schullandschaft im Umbruch

Zwei Schulen unter einem Dach. Doch diese Situation ist ein Auslaufmodell.

Halver - Der Umbau der Halveraner Schullandschaft macht erhebliche finanzielle Anstrengungen nötig. Dem Hauptausschuss wird am kommenden Mittwoch eine Änderungsliste vorliegen, die bauliche Investitionen in einer Größenordnung von vier Millionen Euro vorsieht.

Im Mittelpunkt der Überlegungen steht die Humboldtschule, die im Verlauf der nächsten Jahre komplett die Haupt- und die Realschule ersetzen wird. Konzeptionell bedingt, außerdem durch die Herausforderungen der Inklusion und aufgrund ihrer Größe als voraussichtlich vierzügige Schule, entsteht ein erweiterter und veränderter Raumbedarf, der in den vorhandenen Schulimmobilien einzeln nicht abgedeckt werden kann. Schwer kalkulierbar sind außerdem die Schülerzahlen durch den Zuzug von Flüchtlingen.

Welche der Schulen sinnvollerweise ertüchtigt wird, ist aktuell noch unklar. Nach Einschätzung des Arbeitskreises Schule und der Verwaltung ist die Aufteilung des Schulbetriebs auf zwei Gebäude „keine glückliche Lösung“, gab am Mittwoch Kai Hellmann, stellvertretender Fachbereichsleiter Bürgerdienste, im Ausschuss für Bildung und Jugend die Einschätzung der Fachleute wieder. Für die beiden vorhandenen Immobilien sei damit zusätzlicher Raumbedarf absehbar. Ob dies in Form eines Anbaus oder eines separaten Gebäudes geschehe, sei offen. Die Stadt beabsichtige daher, externe Fachleute hinzuzuziehen, die sowohl die rein baulichen Komponenten wie auch die inhaltlich-pädagogischen Anforderungen behandeln würden. Denn benötigt würden nicht nur zusätzliche Klassenräume, sondern auch solche für Differenzierung, Mensabetrieb sowie Fachräume. Das Gebäude an sich, sagte beispielsweise Eveline Scharwächter (UWG), spiele längst eine Rolle „als dritter Pädagoge“. Von den Überlegungen berührt ist aber auch das Anne-Frank-Gymnasium, das zusätzlichen Raumbedarf hat.

Mit dem Auslaufen der konventionellen Schulen und dem Wachstum der Humboldtschule entsteht allerdings auch zeitlicher Druck. Im Jahr 2018/2019 müssten die baulichen Veränderungen tatsächlich auch umgesetzt sein. Die Verwaltung will eine entscheidungsreife Vorlage schon im März in die Politik tragen.

Parallel dazu arbeitet die Kämmerei an den Voraussetzungen, den finanziellen Rahmen nicht nur für die Politik, sondern auch für die Bezirksregierung Arnsberg als Aufsichtsbehörde darzustellen. Bei einem kreditfinanzierten Vorhaben dieser Größenordnung müssten auch Verbesserungen auf der Einnahmeseite aufgezeigt werden können, sagt Kämmerer Markus Tempelmann im Gespräch mit dem AA. Für das jeweils übrig bleibende Gebäude müsse eine Folgenutzung mit finanziellen Entlastungen gefunden werden.

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