Stadt sucht Investoren fürs Bahngelände

Auch dieses Erschließungskonzept für das Bahngelände soll Investoren in die Stadt im Grünen locken. Rechts oben geht die Bahnhofstraße ab. Im Kreuzungsbereich Südstraße/Tannenweg ist ein Kreisverkehr geplant (links unten). ▪ Material: Stadt Halver

HALVER ▪ Die Stadt hat am Dienstag einen großen Schritt in Richtung Bahngeländeentwicklung gemacht: In einem detaillierten Exposé bietet die Verwaltung das 38 000 Quadratmeter große Grundstück zum Kauf an. Dabei haben potenzielle Investoren einige Bedingungen zu erfüllen.

Zwar erlaubt die Rechtssprechung nach Aussage von Bürgermeister Dr. Bernd Eicker den Verzicht auf eine förmliche, EU-weite Ausschreibung. Doch auch der „normale“ Grundstücksverkauf soll nicht ohne einen vorgesteckten Rahmen erfolgen. „Wir wollen damit die gesamte Innenstadt beleben“, sagte Eicker im Gespräch mit unserer Zeitung, „daher ist auch die direkte Anbindung des Gebiets an die Bahnhofstraße erforderlich.“ Diese möglichst nahe Anbindung ist ebenso Bestandteil der im Exposé genannten städtebaulichen Vorstellungen wie die Einhaltung des Einzelhandelskonzeptes aus dem Jahr 2010. Danach stehen auf dem Bahngelände insgesamt rund 4500 Quadratmeter als Verkaufsfläche zur Verfügung, dazu gehören etwa 2000 Quadratmeter für einen Vollsortimenter mit Getränkemarkt und rund 1000 Quadratmeter für einen Discounter. Zudem ist eine Wohnbebauung in Höhe des Tannenwegs durchaus erwünscht – explizit genannt werden barrierefreies und Mehrgenerationen-Wohnen. Einfamilien- und Doppelhäuser sollen auf dem Bahngelände nicht entstehen. Und das ist nicht die einzige Form der Bebauung, die der Fachbereich „Bauen und Wohnen“ unter Leitung von Franz Helmut Engel ausschließt. Produzierendes Gewerbe ist demnach ebenso tabu wie die Ansiedlung von Fast-Food-Restaurants oder Spielhallen. Generell erwartet die Verwaltung von Kaufinteressenten „eine hochwertige städtebauliche und architektonische Qualität“.

Da eine Ausschreibung des Projekts nicht notwendig ist, hofft der Bürgermeister auf ein größeres Interesse an der Fläche als etwa am Bahnhof in Lüdenscheid-Brügge, wo lange Zeit mit nur einem potenziellen Investor verhandelt werden konnte – ehe dieser absprang. „Eine EU-weite Ausschreibung schreckt viele ab“, so Eicker.

Und so hoffen er und Fachbereichsleiter Franz Helmut Engel bereits bis 5. November – auch infolge einer Anzeige in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung – auf genügend Interessensbekundungen, die anschließend in der Verwaltung und im interfraktionellen Arbeitskreis „Bahngelände“ sowie anschließend im Rat diskutiert werden können. „Uns liegen dann aber noch keine Preise oder Entwürfe vor“, betonte Engel gestern gegenüber dem AA. Zunächst sollen jene Investoren ausgewählt werden, die zu einem expliziten Angebot aufgefordert werden – wer letztlich den Zuschlag erhält, entscheide sich erst dann. „Aber wir wollen nicht den zweiten Schritt vor dem ersten tun“, so Engel, der zunächst die erste Phase abwarten will. ▪ Frank Zacharias

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