Gedenktafeln sichergestellt

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Ohne seine Bronzetafeln steht seit gestern das Kriegerdenkmal im Hohenzollernpark da.

Halver - „Und wer den Tod im heil’gen Kampfe fand, ruht auch in fremder Erde im Vaterland.“ So steht es in Stein gemeißelt am Kriegerdenkmal im Hohenzollernpark zur Erinnerung an die Halveraner, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind.

Dass die Inschrift in den Stein getrieben wurde, hat auf lange Sicht einen großen Vorteil: Sie kann nicht geklaut werden. Anders ist das im Fall der Bronzetafeln an den Sandsteinsäulen des 1928 errichteten Denkmals. Eine davon ist bereits verschwunden, eine weitere wurde beim versuchten Diebstahl beschädigt. Seit gestern hängt keine der Metallplatten mehr im Park. Die Stadt hat sie abbauen lassen. Vorsichtshalber, wie Markus Schmidt, Leiter des Fachbereichs Bauen und Wohnen, mit Bedauern sagt.

Die erste Platte habe man aus Kostengründen nicht reproduziert, so Schmidt. Die Wiederherstellung der Tafeln mit den in Bronze gegossenen Namen der Halveraner Kriegstoten, gruppiert nach den Schulbezirken, aus denen sie stammen, hätte mehr als 20 000 Euro gekostet, so die Schätzungen. Wie viel Geld sei den Dieben beim Schrotthändler, der damit strafrechtlich zum Hehler wird, gebracht haben, ist offen. Die Schrottpreise sind im Keller. Fachleute tippen auf 20 bis 30 Euro an Ganovenlohn für die nächtliche Aktion.

Die weiteren Tafeln wurden „sichergestellt“. Ob sie je wieder angebracht werden, ist offen. Im Bauamt denkt man über eine Ersatzlösung aus Kunststoff nach, doch in diesem Fall müsste vorher die Absprache mit der Denkmalbehörde in Münster gesucht werden.

Dabei sind die Tafeln nicht die einzigen Sorgenkinder der Stadt. Auch die Kupferfallrohre historischer Gebäude sind Ziel von Dieben, die enorme Folgeschäden anrichten: Zum Teil wird dabei auch der Blitzschutz demontiert, sagt Schmidt. Dem Erlös für vielleicht zwei Meter Kupferrohr stehen dann enorme Ausgaben für Reparaturen gegenüber.

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