Neue Flüchtlingsunterkünfte in Halver

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Direkt neben der ehemaligen Förderschule hatte damals der Hausmeister seinen Wohnraum. Jetzt hat die Stadt das Gebäude (links) mit einfachen Mitteln von innen renoviert. Flüchtlingsfamilien sollen in Zukunft hier wohnen.

Halver - In das Hausmeister-Haus der ehemaligen Förderschule an der Susannenhöhe werden bald Flüchtlinge einziehen. Das bestätigte Yvonne Behnke vom städtischen Fachbereich Bürgerdienste auf Anfrage des Allgemeinen Anzeigers. In eine städtische Wohnung am Jugendheimplatz seien bereits am Mittwoch drei Flüchtlinge aus Syrien eingezogen.

Von Kristina Köller

„Wenn Halver wieder Flüchtlinge zugewiesen werden, dann müssen wir sie auf jeden Fall woanders unterbringen als am Bahnweg“, sagte Behnke. „Denn das Übergangsheim dort ist nach wie vor voll.“

Das ehemalige Hausmeister-Wohnhaus, das ohnehin in städtischem Besitz ist, wird deshalb Flüchtlingsunterkunft. „Die Aufteilung eignet sich für zwei Familien mit jeweils fünf oder sechs Personen“, erklärte Behnke.

Michael Luedtke vom Fachbereich Bauen und Wohnen sagte, die Stadt habe nach der Entscheidung, das Haus dafür zu nutzen, einige Renovierungsarbeiten durchführen lassen: „Wir haben einen preiswerten PVC-Boden verlegen lassen, die Wände gespachtelt und weiß gestrichen.“ Darüber hinaus seien Miniküchen eingebaut und die Heizung reaktiviert worden. Letztere war im April 2012 stillgelegt worden, da das Gebäude seitdem unbewohnt war, erklärte Luedtke. Das Badezimmer sei auch ohne Sanierungsarbeiten gut genug in Schuss. Überschlägt Luedtke die Kosten für die Arbeiten, die die Hochbaukolonne durchgeführt hat, landet er bei etwa 2000 Euro. „Wir müssen noch Betten reinstellen. Aber im Prinzip sind die Räume bezugsfertig.“

Wann tatsächlich jemand einziehen werde, sei noch unklar, erklärte Behnke: „Das kommt darauf an, wann uns wieder Flüchtlinge zugewiesen werden. Das erfahren wir dann von der Bezirksregierung vier bis fünf Tage, bevor sie in die Stadt kommen.“

Wenn viele einzelne Flüchtlinge kommen, müssen eventuell auch zwei Familien, die derzeit bereits am Bahnweg wohnen, zur Susannenhöhe umziehen - wegen der für Familien geeigneten Aufteilung im ehemaligen Hausmeister-Haus. „Flüchtlinge, die alleine nach Halver kommen, sind am Bahnweg nämlich besser untergebracht“, sagte Behnke. Aber: „Generell kann man das vorher nicht planen, wir müssen flexibel reagieren, wenn wir Bescheid bekommen.“ Dass Halver weitere Flüchtlinge aufnehmen muss, sei klar. Verglichen mit anderen Kommunen liege man mit minus sieben unter der durchschnittlichen Aufnahmequote pro Stadt.

Platz für vier bis fünf Einzelpersonen sei noch in der städtischen Wohnung am Jugenheimplatz, nachdem dort am Mittwoch bereits drei Syrer eingezogen waren. In der Wohnung, so erzählte Oswald Binder von der Hochbaukolonne, habe man preiswert Türen eingebaut, um den Einzelpersonen Privatsphäre gewährleisten zu können. Weitere Unterbringungsmöglichkeiten habe die Stadt momentan aber nicht parat, sagte Behnke.

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