1,9 Hektar Fläche

Neues Baugebiet „Am Schillerstein“

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Am Ende des Linger Weges sollen 1,9 Hektar Bauland ausgewiesen werden.

Halver - Die Stadt will kurzfristig ein neues Baugebiet in der Verlängerung des Linger Weges erschließen.

 „Am Schillerstein“ wäre der Name der 1,9 Hektar (19 000 Quadratmeter) großen Fläche, die noch als Grünland ausgewiesen ist und für etwa 15 Wohnhäuser Platz bieten könnte, so die überschlägige Rechnung von Kämmerer Markus Tempelmann, in dessen Verantwortung die Bauleitplanung liegt. Der Rat fasste am Montag in seiner letzten Sitzung vor der Weihnachtspause einstimmig den Einleitungsbeschluss für den erforderlichen Bebauungsplan aufgrund einer kurzfristigen Vorlage. 

Kämmerer: Eile ist geboten

Die Eile ist nach Einschätzung Tempelmanns geboten, um die Vorteile des sogenannten Beschleunigten Verfahrens nach Paragraf 13 b des Baugesetzbuches nutzen zu können (" Infokasten), dass der Gesetzgeber gegen den Wohnungsnotstand rechtlich verankert hat. Voraussetzung ist, dass der Einleitungsbeschluss bis zum 31. Dezember 2019 gefallen sein muss. Danach sind zwei Jahre Zeit bis Ende 2021, um zum fertigen Bebauungsplan zu kommen. So lange will Tempelmann aber möglichst nicht warten. Im Idealfall möchte er aufgrund der massiven Nachfrage bereits Ende 2020 mit der Vermarktung beginnen. 

Der nötige Grunderwerb ist unter Dach und Fach. Die Entscheidung im Rat fiel einstimmig.

Was das Angebot für Bauwillige und insbesondere für Familien angeht, steht die Stadt inzwischen mit leeren Händen da. Das Interesse am Baugebiet Schmittenkamp, wo bis zu 50 Häuser entstehen sollen, sei ungebrochen hoch. Das kleine Baugebiet an der Falkenstraße mit zwölf Einheiten ist restlos vermarktet, ein einziges Grundstück in Erbpacht mit immerhin 1058 Quadratmetern sei am Leyer Sonnenschein noch frei. An der Südstraße vermarktet ist als Baulücke bereits ein früherer Spielplatz, und auch ein Grundstück, das mit der Neuplanung des Fußwegs am Schleienweg kürzlich erst verfügbar geworden ist, sei bereits verkauft, sagt Tempelmann beim Überblick über den Grundstücksmarkt der Stadt. 

Die Nachfrage ist nach wie vor hoch

Eine Änderung des Verhältnisses von Angebot und Nachfrage sei zurzeit nicht in Sicht, so seine Einschätzung weiter. Trotz stagnierender oder sogar leicht rückläufiger Einwohnerzahlen nehme die Zahl der Haushalte in der Gesamtheit zu. So leben zurzeit durchschnittlich zwei Personen in einem Haushalt, was für Halver (16 200 Einwohner) bedeute, dass 8100 Haushalte erforderlich wären. Vor 20 Jahren wäre Halver bei gleicher Einwohnerzahl mit 7400 Haushalten (2,2 Bewohner) ausgekommen. 

Im nun angedachten Baugebiet „Am Schillerstein“ sind eine Reihe von Voraussetzungen nach derzeitiger Einschätzung bereits gegeben. Die abwassertechnische Entsorgung könnte über die Kanäle in der Falkenstraße oder über den Hauptsammler Hälvertal Richtung Kläranlage Schalksmühle erfolgen. Niederschlagswasser könnte zur Versickerung gebracht oder in den Hälverbach abgeleitet werden. Verkehrlich wäre das Gebiet über Falkenstraße und Linger Weg im Bereich Eichholz angebunden. 

Vorteil der gesetzlichen Regelung des Baugesetzbuches ist, dass eine Änderung des Flächennutzungsplanes im Vorfeld nicht erforderlich ist. Die Anpassung kann nachträglich vorgenommen werden. Man überlege trotzdem, welche noch vorhandenen Flächen im Stadtgebiet, die eigentlich für eine Wohnbebauung vorgesehen waren, aus der Planung herauszunehmen, um in der Bilanz keinen übermäßigen Flächenverbrauch auszuweisen.

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