Flurbereinigung in Halverscheid

Diskussionen über Halverscheid - Amwohner sollen sich einbringen

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Halver - „Das ist kein Muss, sondern eine Chance!“ Andreas Peter, Dezernent für Grundsatzangelegenheiten vom Arnsberger Regierungsbezirk, brachte den Bewohnern der Ortschaft Halverscheid mit klaren Worten die Vorteile einer Dorfflurbereinigung nahe.

Aber er stellte beim Info-Abend im Dorfgemeinschaftshaus auch klar, dass diese kosten- und personalintensive Maßnahme nur zustande kommt, wenn die Halverscheider auch mitmachen. Schmale, löchrige Straßen, enge Kurven, unbefestigte Seitenstreifen – wer durch das kleine Örtchen fährt, kann ahnen, warum die Stadt Halver gerne einen Löffel in den Arnsberger Fördertopf halten würde. 

Immerhin könnten 80 Prozent der anfallenden Kosten übernommen werden und müssten weder von der Kommune ausgegeben, noch auf die Anwohner umgelegt werden. Und Bürgermeister Michael Brosch legte noch eins drauf: „Wir werden versuchen, die Mittel für die öffentlichen Maßnahmen zu 100 Prozent aufzubringen“, versicherte er am Mittwoch. 

Informierten die Halverscheider über die mögliche Flurbereinigung: Andreas Peter, Thomas Busch, Bürgermeister Michael Brosch und Markus Tempelmann (von links).

Nur der Rat müsse noch sein Okay dafür geben. Was an Aufwendungen für die Anwohner noch übrig bliebe, wären die Kosten fürs eigene Haus und Grundstück, das im Zuge der Erneuerungsmaßnahmen der neuen Optik angepasst werden sollte. „Es muss natürlich nicht jeder sein Haus renovieren“, stellte Brosch klar und unterstrich noch einmal, dass auch die baulichen Maßnahmen an privaten Gebäuden mit 35 Prozent gefördert werden. 

Modernes Erscheinungsbild

Dennoch lebt das Gesamtkonzept davon, dass auch die Anwohner sich einbringen und ihre Grundstücke und Gebäude dem moderneren Erscheinungsbild anpassen. Mit Bildern von bereits durchgeführten Maßnahmen machte Andreas Peter deutlich, wie sich das Dorfbild nach dem Umbau verändern kann. Breitere Straßen mit neuer Asphaltdecke und Randbefestigung, die an optisch stimmigen Grundstücken grenzen, wurden aus Olpe und Attendorn präsentiert. „Der Dorfcharakter soll erhalten bleiben“, erklärte Peter und zeigte auch noch Beispielbilder von umgestalteten Dorfkernen, die zu Bürgertreffpunkten umfunktioniert wurden, neuen Spielplätzen oder ansprechenden Buswartehäuschen. „Dorfflurbereinigungen gibt es nicht so oft“, betonte er.

Lediglich in Siegen-Wittgenstein sind derzeit zwei Maßnahmen vorgesehen. Umso mehr würde er es bedauern, wenn nicht eine Mehrheit der Halverscheider für das Vorhaben zu begeistern wäre, denn dann, so stellte er nochmals klar, würde das alles nicht zustande kommen: „Wir machen das alles nicht für uns, sondern für sie. Deshalb ist das Mitmachen auch erwünscht“. Genaue Kosten seien für die Halveraner Ortschaft noch nicht absehbar. Die vergleichbaren Projekte in Siegen hatten ein Volumen von je 1,5 Millionen Euro. 

Diskussionen unter den Anwohnern

Bei der anschließenden Diskussion gab es sowohl Fürsprecher als auch Gegner der Maßnahmen: „Ich will hier keine gut ausgebaute Straße, sonst rasen die Autos hier durch“, bemerkte ein Anwohner. „Ich bin froh, dass wir diese Riesenschlaglöcher haben. Dadurch fahren die langsamer“, ein anderer. Aber auch der Wunsch nach schlaglochfreien Straßen und einer besseren Optik wurde ausgesprochen. 

Die Bitte nach einem „ordentlichen Internet“ im Zuge der Erneuerungen wurde ebenfalls laut und vom Bürgermeister direkt beantwortet: „Bis Ende 2022 werden wir alle Ortschaften mit mehr als zehn Häusern am Glasfaserkabel angeschlossen haben“. Wie geht es nun weiter? „Das muss man erstmal alles sacken lassen“, schlug Brosch vor. Die Halverscheider sollen sich zusammensetzen und sich Gedanken machen. Das Ergebnis werde dann der Bezirksregierung vorgetragen. „Niemand will sie zwangsbeglücken“, sagte er. „Wenn sie die Chance nutzen möchten, stehen ihnen aber alle Türen offen.“

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