Ideen fürs Waldfreibad 

Barrierefrei in die Herpine?

+
Der Zugang zum Waldfreibad ist barrierefrei, der Einstieg ins Wasser dagegen nicht.

Halver - Die Stadt Halver und die Betreiber-GmbH der Herpine sehen eine Chance, für Menschen mit Behinderungen einen barrierefreien Zugang ins Becken zu schaffen.

Bislang sind Rollstuhlfahrer auf fremde Hilfe angewiesen, wenn sie am sommerlichen Badespaß teilhaben wollen. Abhilfe könnte geschaffen werden, wenn die Beckenwand an der Südseite erneuert würde. 

Schlüssel könnten geänderte Förderrichtlinien eines Landesprogrammes sein: Das Programm „Soziale Integration im Quartier“ hat der Stadt Halver im vergangenen Jahr zum Bau des neuen stadtzentralen Spielplatzes zwischen Rathaus und Villa Wippermann verholfen. Und mit der Änderung kommen nun auch öffentlich Bäder zur Förderung in Betracht. 

Antrag auf 600.000 Euro

Man werde einen Antrag auf den Weg bringen mit einer Anfrage auf 600 000 Euro Fördermittel, erklärte in der vergangenen Woche im Ausschuss für Kultur, Soziales und Sport Kai Hellmann, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste. Frist zur Antragstellung sei der 28. Februar. 

Jedes Jahr werden Schäden behoben.

Worum es konkret geht, weiß Phillipp Hutt, Geschäftsführer der Betreiber-GmbH. Die alte Beckenwand im südlichen Bereich zur Rutsche hin müsste eigentlich komplett ausgetauscht werden auf einer Länge von insgesamt rund 180 Metern. Sie stamme noch aus den 50er-Jahren. Jedes Jahr würden Schäden behoben. „Wir kaschieren das mit dem Pinsel und flicken ein bisschen“, beschreibt Hutt das Vorgehen. 

Diese nötige Sanierung biete dann aber die Chance, den barrierefreien Zugang möglich zu machen. „Man kommt barrierefrei ins Bad, aber nicht ins Becken“, beschreibt er den Ist-Zustand am Hälversprung, wo im vergangenen Jahr 76 000 Besucher aus Halver und der gesamten Volmeregion Abkühlung im Supersommer suchten. „Wir haben hier alle Alterslagen und Nationalitäten“, sagt er, nur für Menschen mit Behinderungen werde es eben schwierig. 

Käme die Herpine mit ihrem Antrag zum Zuge, stünde eine 90-prozentige Förderung in Aussicht. Das wollen Stadt und GmbH nun versuchen. Klappe es in diesem Jahr nicht, probiere man es im nächsten weiter. Das Programm werde jährlich neu aufgelegt. 

Zeitplan gibt es noch nicht

Eine andere Möglichkeit, die Sanierung in Angriff zu nehmen, sieht weder Hutt noch die Politik. „Aus eigenen Mitteln ist das nicht zu stemmen“, weiß Hutt, und das sagt auch Sascha Gerhardt (FDP) im Fachausschuss. Einen Zeitplan gibt es ohnehin noch nicht. Bescheide über Förderzusagen würden im Sommer verschickt. Hinzu komme die Zeit für die Ausschreibung. Sollte Halvers Bad Berücksichtigung finden, könnte es frühestens nach der Badesaison 2020 losgehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare