Stadt, Eltern und Schulleiter in Halver wollen klassenweise Quarantäne vermeiden

Maskentragen in Schulen: Keine Verfügung, aber Empfehlung

Unterricht mit Maske. Dazu besteht keine Verpflichtung, doch Eltern und Schulleiter würden das Maskentragen empfehlen.
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Stadt, Eltern und Schulleiter in Halver wollen klassenweise Quarantäne vermeiden 

Der Verzicht auf den Mund-Nasen-Schutz im Unterricht gefährdet den Präsenzunterricht an Schulen. Das gilt umso mehr angesichts steigender Fallzahlen im gesamten Kreisgebiet.

Halver - Anfang September war die Maskenpflicht in Klassen und Kursen an weiterführenden Schulen durch das Land aufgehoben worden. Glücklich sind Schulleitungen und Schulpflegschaften damit nicht. Sowohl an der Humboldtschule wie auch am Anne-Frank-Gymnasium (AFG) appellieren Eltern und Schulleitungen gemeinsam an die Verantwortlichkeit der Schüler, was die Corona-Schutzmaßnahmen angeht.

„Selbstverständlich kann jeder freiwillig auch während des Unterrichts die Maske tragen“, heißt es im Aufruf der Humboldtschule, unterschrieben von Michael Jürgensmeyer, Vorsitzender der Schulpflegschaft, und Schulleiter Reiner Klausing. Und in einem ausführlichen Schreiben legt auch die Schulpflegschaft des AFG dar, welche Konsequenzen der mögliche Maskenverzicht für die Klassengemeinschaften hat.

Aufruf zum Maskentragen

Den Aufruf, auch ohne gesetzliche Verpflichtung die Maske im Unterricht zu tragen, unterstützt dabei auch die Stadt Halver. „Inhaltlich stehe ich voll dahinter“, sagt auf Anfrage des Allgemeinen Anzeigers Bürgermeister Michael Brosch. Von einer möglichen verpflichtenden Allgemeinverfügung sehe die Stadt Halver allerdings ab, um nicht auszuscheren aus der einheitlichen Linie der MK-Kommunen.

Welche konkreten Auswirkungen der Verzicht auf den Mund-Nasen-Schutz hat, hat Paul Meurer, Schulleiter des AFG, in einem Rundschreiben bereits Ende September skizziert:

  • Nach aktuellem Stand geht eine gesamte Klasse beziehungsweise ein gesamter Kurs in Quarantäne, wenn eine Person im Kurs oder in der Klasse positiv auf Corona getestet ist und nur eine Person schon keine Maske getragen hat.
  • Der Lehrer oder die Lehrerin, die unterrichtet haben, gehen ebenfalls in Quarantäne.
  • Sollte ein Corona-Test bei einem Schüler positiv sein, geht man zwei Tage zurück und würde dann alle Schüler bei Nicht-Tragen der Maske in der Klasse und in allen Kursen sowie die Kollegen in Quarantäne schicken.
  • Beispiel: Eine Schülerin oder ein Schüler der Oberstufe erhält am Mittwoch ein positives Corona-Ergebnis, so würden alle Kurse von Montag und Dienstag, die die Person besucht hat, wenn nicht durchgehend Maske getragen wurde, für zehn bis 14 Tage in Quarantäne geschickt. Lehrer gehen ebenfalls zehn bis 14 Tage in Quarantäne.
  • Schüler und Lehrer die die Corona-Infektion durchlebt haben, werden zudem ebenfalls in Quarantäne geschickt, weil sie weiterhin die Infektion übertragen könnten.
  • Eine einmal angeordnete Quarantäne gilt selbstverständlich auch während der Ferien. Schüler und Lehrer müssen somit auch im Zweifelsfall, eventuell mit ihren Angehörigen, während der Ferien in Quarantäne.

Der komplette Ausfall ganzer Kurse und Klassen ließe sich vermeiden, wenn alle Schüler die Maske auch im Unterricht tragen würden, appelliert die Schulpflegschaft des AFG an Eltern und Schüler. Denn in diesem Fall gelte eine Quarantäne nur für direkte Sitznachbarn eines infizierten Kindes.

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