Gartenschläfer werden immer weniger

Der Gartenschläfer: Auf der Suche nach dem süßen Tier

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Kleingärten und Streuobstwiesen sind ein potenzielles Zuhause für den Gartenschläfer.

Halver - Er hat kleine Knopfaugen, die mit schwarzen Ringen ähnlich einer Zorro-Maske umgeben sind. Die Population des Gartenschläfers geht zurück - das süße Tier ist in Gefahr.

Auf den ersten Blick ähnelt er einer Maus, gehört jedoch zu der Familie der Bilche, der unter anderem auch der Siebenschläfer und die Haselmaus angehören. Besucher der Heesfelder Mühle konnten dieses possierliche Tierchen, den Gartenschläfer, dessen Population aus bislang unbekannten Gründen derzeit stark rückläufig ist, im Rahmen eines Vortrages ausgiebig kennenlernen. 

Zu Gast war Dr. Christine Thiel-Bender, Referentin für Artenschutz beim Landesverband Nordrhein-Westfalen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die das Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ vorstellte. 

Projekt läuft seit 2018

Im Rahmen des Projektes, bei dem der BUND mit vielen Kooperationspartnern, darunter das Bundesamt für Naturschutz, das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW und die Justus-Liebig-Universität in Gießen, zusammenarbeiten, soll auch in Zusammenarbeit mit Besitzern von Kleingärten, Streuobstwiesen oder sonstigen potenziellen Lebensräumen des Gartenschläfers der Grund für den teils dramatischen Rückgang der Population ermittelt werden. 

Das Projekt begann bereits im Jahr 2018 und soll bis 2024 komplett umgesetzt werden. „Derzeit ist der Gartenschläfer noch im Rheinland und in Baden-Württemberg recht häufig anzutreffen. Im Rest Deutschlands ist er inzwischen selten oder gar ganz verschwunden“, erklärt Dr. Christine Thiel-Bender. 

Dr. Christine Thiel-Bender, Referentin zum Thema „Spurensuche Gartenschläfer“, stellt das Projekt vor.

In manchen Lebensräumen war der nur 60 bis 90 Gramm schwere Nager, der sich gerne in Nistkästen ansiedelt, aber auch frei stehende Nester baut, im Jahr 2018 noch gut vertreten, während im laufenden Jahr an gleicher Stelle kein einziges Tier mehr gesichtet wurde. „Auf der Suche nach der Ursache für diesen Rückgang tappen wir derzeit leider noch völlig im Dunkeln“, betont die Referentin. Gute Chancen, auf Gartenschläfer zu treffen, hat man derzeit unter anderem noch am Brocken, in den Wäldern entlang des Rheins, im Fichtelgebirge sowie generell in Streuobstwiesen sowie Gärten und Kleingärten. 

Im Sauerland kaum noch vorhanden

Im Sauerland ist das Tier nach bisherigem Kenntnisstand leider so gut wie gar nicht mehr anzutreffen. Dennoch appelliert die Referentin an alle Naturfreunde, Augen und Ohren nach dem Gartenschläfer offenzuhalten, denn die Tierchen, die sich gerne auch in Gebäuden, zum Beispiel in Mauerspalten einnisten, machen durch charakteristische Geräusche auf sich aufmerksam. Diese spielte die Referentin ihrem Publikum im Rahmen ihres Vortrages vor. 

Wer wissen möchte, ob sich der Gartenschläfer auf seinem Grundstück aufhält, kann sich am Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ beteiligen, indem er dem Aufhängen speziell gefertigter Pappröhren zustimmt, an deren Enden Streifen mit einer Aktivkohlepaste befestigt sind. Betritt der neugierige Gartenschläfer eine der Röhren, läuft er im Idealfall über die Aktivkohlepaste und hinterlässt auf einem dahinter angebrachten Papierstreifen seine Fußabdrücke, woran er eindeutig identifiziert werden kann. 

Tote Tiere einfrieren

„Auch, wenn tote Tiere gefunden werden, sollten diese nicht einfach weggeworfen werden“, erklärt Dr. Christine Thiel-Bender weiter. „Den Kadaver stattdessen am besten in eine Plastiktüte packen, einfrieren und uns kontaktieren. Wir können dann entsprechende Untersuchungen daran durchführen und zum Beispiel herausfinden, woran das Tier gestorben ist.“

Wer an dem Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ teilnehmen möchte oder weitere Informationen braucht, kann sich mit Dr. Christine Thiel-Bender unter Tel. 02 11/30 20 05 23 in Verbindung setzen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.bund-nrw.de/gartenschlaefer.

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