Spritzgießen in Halver

Firma Rittinghaus auf Expansionskurs

+

Halver - Im Juni vergangenen Jahres gab es gerade einmal eine Baugrube zu sehen. Inzwischen ist an der Kruppstraße daraus ein Fertigteillager für rund 230 Palettenstellplätze gewachsen.

Das ist das, was von außen sichtbar ist. Was man nicht sieht, ist der Umbau und Umbruch auch im Innern bei der Firma Rittinghaus, die sich an ihrem angestammten Sitz in Oeckinghausen aufmacht, zum High-Tech-Unternehmen und Rundum-Dienstleister zu werden. 

Beim Firmenbesuch im vergangenen Jahr sprach Geschäftsführer Bernd Rittinghaus noch von Investitionen in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro in die Gebäudeinfrastruktur, die man sich vorgenommen habe, und von einem Stand von 25 Mitarbeitern. 

Brummende Konjunktur 

Heute muss er bei beiden Zahlen kurz nachdenken und kommt dann auf erhöhte 3 Millionen Euro und 32 Beschäftigte. Hinzu kommen größere Investitionen in Maschinen und Anlagen. Die brummende Konjunktur und die Nachfrage insbesondere im Medizinbereich sorgen für Betrieb im Betrieb. 

Rittinghaus begegnet der Entwicklung auf mehreren Ebenen. Die bauliche Ausweitung erfolgt gleich in mehreren Richtungen. Das Fertigteillager ist ein Teil davon. Es dient als Pufferspeicher für die Anforderungen der Kunden, die keine eigenen Lager mehr vorhalten, und macht vorhandene Betriebsflächen frei für die Vergrößerung des Formenbaus und die Installation neuer Büroflächen. Der Formenbau für die Spritzgießwerkzeuge selbst sei „der Flaschenhals“, der die Lieferzeiten diktiere. 

Das Familienunternehmen reagiert an dieser Stelle mit Investitionen in ein weiteres CNC-Bearbeitungszentrum und der Einstellung neuer Mitarbeiter. Auch in der Produktion stehen die Zeichen auf Wachstum: Im Laufe dieses Jahres werden insgesamt vier neue Spritzgießmaschinen die Kapazität erweitern. Eine Projektmaschine ist bereits zur Werkzeuginbetriebnahme geliefert worden, wird aber im Zuge einer umfangreichen Automatisationsanwendung nochmals den Weg zum Hersteller in den Schwarzwald antreten. 

Mehr Platz für neue Automaten 

Dort wird die gesamte Automatisation komplettiert und verkettet. Nach Abnahme von Rittinghaus erfolgt dann die finale Inbetriebnahme in Halver. Wenn die vierte bestellte Maschine im Spätsommer anläuft, sei das Automatisationsprojekt zunächst einmal abgeschlossen. 

Wer dann bei Rittinghaus mit wem auf den Erfolg anstößt, ist offen. Denn auch personell stehen die Zeichen auf Expansion. CNC-Fräser und ein Konstrukteur für Spritzgießwerkzeuge sind weiterhin gesuchte Leute. Ein Flüchtling, der erst im Dezember als Produktionshelfer angefangen hat, wird demnächst seine Ausbildung bei Rittinghaus beginnen. Die hat ein anderer Azubi, Fabian Hecker, soeben in verkürzter Zeit und brillantem Ergebnis erfolgreich abgeschlossen. 

Wie lange er der Firma erhalten bleibt, ist offen. Seiner Lehre als Verfahrenstechniker für Kunststoff- und Kautschuktechniker will er ein Studium in Iserlohn anschließen. 

Entwicklung zum Systemanbieter 

Der Chef legt ihm dabei keine Steine in den Weg, obwohl er ihn gerne langfristig beschäftigt hätte. Immerhin hat sein Schalksmühler Azubi ein Automatisierungsprojekt mitinitiiert und an der Projektierung tatkräftig mitgeholfen. Größenordnung: rund eine halbe Million Euro. 

Das alles ist Teil einer Entwicklung, die Bernd Rittinghaus „auf dem Weg zum Systemanbieter“ nennt. Das nämlich sei der Sinn hinter den Anstrengungen; dass man nicht nur Lieferant für Einzelteile bleibt, sondern den Kunden von der Produktentwicklung über hochautomatisierte Fertigungen bis zur Montage und Verblisterung und Verpackung für den Endverbraucher alles aus einer Hand anbieten kann. Eines hilft dabei ungemein: „Wir sind ein bisschen detail- und automatisationsverliebt“, sagt Rittinghaus – und muss selbst ein bisschen über sich lachen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare