1. come-on.de
  2. Volmetal
  3. Halver

Spritpreis mit Wirkung auf den Fahrradhandel

Erstellt:

Von: Florian Hesse

Kommentare

Steigende Benzinpreise könnten sich auch positiv für den Fahrradhandel auswirken.
Steigende Benzinpreise könnten sich auch positiv für den Fahrradhandel auswirken. © Hesse, Florian

Der Preis für Benzin und Diesel steigt und steigt. Die Zahl der Elektroautos auch. Und auch die der E-Bikes. Was erwartet man in der Fahrradbranche im Zusammenhang mit vermutlich dauerhaft viel höheren Energiepreisen? Florian Hesse sprach mit Björn Lips, Inhaber des E-Bike-Fachhandels e-motion an der Frankfurter Straße, über Mobilität, Nachfrage und immer höhere Preise.

Stürmen die Kunden angesichts der Spritpreise das Geschäft?

Es zieht zum Frühling hin generell wieder an, wir können uns nicht beschweren. Die steigenden Temperaturen sind mit Sicherheit ein Faktor, die Rekordspritpreise wirken dem auf jeden Fall nicht entgegen.

Wie sehen denn die Perspektiven für das E-Bike aus?

E-Bikes erfreuen sich weiterhin steigender Beliebtheit und bringen auch diejenigen aufs Rad, die in unserer hügeligen Region lange Zeit keine Option darin gesehen haben, ob als Sportgerät oder Transportmittel, für die Freizeitgestaltung oder den Arbeitsweg. Um es kurz zusammenzufassen: positiv! Ich denke, dass mehr Menschen umsteigen werden, je teurer das Autofahren wird – zumindest diejenigen, für die das von der Entfernung her darstellbar ist.

Sie sind in Halver Anfang 2020 mit Beginn der Corona-Pandemie gestartet. Welche Rolle hat das gespielt?

Corona hat die Branche auf den Kopf gestellt. Wir haben den alten Markt mit seinen unlimitierten Ordermöglichkeiten nur wenige Wochen erlebt, dann ging es in den ersten Lockdown und direkt im Anschluss in einen Ansturm, der uns vor so manche Herausforderung gestellt hat und noch immer stellt. Die Liefersituation hat sich bis dato kaum entspannt.

Ist denn der Markt für E-Bikes nicht irgendwann gesättigt?

Es wird sich irgendwann eine Normalisierung einstellen, aber eine Sättigung ist nicht in Sicht. Die Entwicklung schreitet ständig durch technische Innovationen voran, neue Zielgruppen entstehen und immer mehr Unternehmen ermöglichen das attraktive Jobradmodell, das in der Regel alle drei Jahre den Wechsel auf ein aktuelleres Modell ermöglicht. Das hat sich massiv entwickelt und übersteigt jetzt sogar deutlich den Umsatz mit privaten Kunden.

Auffällig ist, dass verhältnismäßig wenig ältere Elektoräder im Stadtbild zu sehen sind. Woran liegt das?

In den letzten drei bis vier Jahren ist das E-Bike sexy und somit für viele attraktiv geworden, die es zuvor ignoriert oder gar belächelt haben. Der Akku ist unauffällig im Rahmen verschwunden, ausgewogene Mittelmotoren mit natürlichen Ansprechverhalten haben sich durchgesetzt, und E-MTB wurden nicht nur auf Up-, sondern auch auf Downhill getrimmt. Das hat so manchen dazu bewegt, Vorurteile abzulegen und sich überzeugen zu lassen. Zuvor hatte das E-Bike eine treue, aber kleine Fangemeinde, die inzwischen auch ein- oder bereits mehrmals auf neue Modelle umgestiegen ist.

Wer jetzt vom Auto vielleicht untrainiert aufs Rad umsteigt, was hat der zu beachten?

Es ist immer noch Fahrradfahren, aber jeder Tritt in die Pedale wird mit einer Kraftübertragung von bis zu 400 Prozent belohnt. Das erfordert eine kleine Umstellung. Sich vor der ersten großen Ausfahrt ein paar Runden auf zum Beispiel einem leeren Parkplatz an das neue Fahrgefühl zu gewöhnen, schadet bestimmt nicht. Für völlig Ungeübte gibt es aber auch Fahrtechnikkurse. Für diejenigen, denen eine normale Einweisung nicht reicht, bieten wir das hier auch an.

Herr Lips, vielen Dank für das Gespräch.

Auch interessant

Kommentare