Sprachtest für Chancengleichheit in Halveraner Kindergärten

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Die Kinder des DRK-Kindergartens spielen lieber mit Leiterin Petra Gelhart als getestet zu werden. ▪

HALVER ▪ Für Mädchen und Jungen im Alter von drei bis vier Jahren soll ein optimaler Start in die Schulzeit ermöglicht werden. Aus diesem Grund gibt es den Sprachfeststellungstest „Delfin“ und eine aus den Ergebnissen folgende Förderung. In Halver nahmen insgesamt 104 Kinder an dem Test zur Sprach fest  stellung teil.

Das Verfahren ist für alle Kindertageseinrichtungen im Märkischen Kreis verpflichtend. Hierbei soll der Sprachentwicklungsstand eines Kindes spielerisch herausgefunden und anhand der Ergebnisse entschieden werden, ob ein Kind einen Sprachförderbedarf hat oder nicht. In Halver schnitten 94 Kinder mit dem Ergebnis ab, keinen weiteren sprachlichen Förderbedarf zu brauchen; zehn Kinder hingegen erhalten eine weitere Unterstützung. Damit liegt die Föderquote bei 9,6 Prozent. Zum Vergleich: in Schalksmühle liegt sie bei 14,3, in Kierspe bei 27,5 Prozent. In Meinerzhagen ist sie dagegen mit 33,6 Prozent am höchsten.

Petra Gelhart vom DRK- Kindergarten an der Jugendheimstraße sieht das Testverfahren teilweise kritisch: „Die Ergebnisse liegen häufig an der Grenze zwischen Förderbedarf und keiner weiteren Unterstützung.“ Kinder, die einen Förderbedarf haben, würden keinen erhalten, wenn sie das 40-minütige Testverfahren auch nur knapp bestanden hätten. Andere Kinder fänden dieses „ungewöhnliche Spiel“ auch lächerlich und würden ihre Teilnahme verweigern.

Ähnliche Erfahrungen machte Petra Dörenbach im Familienzentrum St. Nikolaus an der Bachstraße. Ihrer Ansicht nach erfasse das Testverfahren nur einen Teilbereich der Sprachentwicklung eines Kindes. Zwar würden das Sprachverständnis und die Grammatik geprüft, dennoch ließen sich der Umgang mit der Sprache und der gebrauchte Wortschatz deutlich besser im Alltag einer Kindereinrichtung beobachten. Beim Spielen mit Freunden seien zudem Prozesse in der Entwicklung zu erkennen. „Kinder sprechen heute weniger“, sagt Petra Dörenbach aus Erfahrung. Ein Trend zur Sprachentwicklung sei in jungen Jahren schon erkennbar.

Im gesamten Märkischen Kreis betrug die Anzahl der Teilnehmer 2847, von denen 1873 den Test ohne weiteren Förderbedarf bestanden haben und 974 (34,2 Prozent) eine weitere Förderung erhalten. Ziel des Tests sei es, Chancengleichheit für alle Kinder bei der Einschulung zu schaffen, heißt es von Seiten des Kreises.

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