Sprachkurse der Flüchtlingshilfe Halver

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Eyad, Husni, Milad, Fatima und Fatiha (v.r.nl.) nehmen am Deutschkurs für Anfänger teil. Elke Schmidt (l.) und Beate Festl leiten den Kurs mit zwei weiteren Lehrerinnen.

Halver - „Integration gelingt nur durch Sprache“ – dieses Credo haben viele Politiker im Zuge der Flüchtlingsthematik schon einmal ausgesprochen. In Halver kümmern sich 15 Menschen darum, den Satz in die Tat umzusetzen.

Von Montag bis Freitag bieten Mitglieder der Flüchtlingshilfe Halver elf Sprachkurse an. Übungsstunden für Anfänger, Fortgeschrittene und nur für Frauen gehören zum Angebot, das in den Räumen am Bahnweg, der Mühlenstraße und am Kirchlöher Weg stattfindet. Etwa 40 Menschen besuchen regelmäßig den Unterricht.

„Die deutsche Sprache ist für unsere Schüler der erste und wichtigste Schritt der Integration“, sagt Bärbel Meyrich von der Flüchtlingshilfe. Meyrich leitet einen Kurs für Anfänger und einen für Fortgeschrittene. Bei ihrer Arbeit steht sie vor der Herausforderung, den unterschiedlichen Sprachniveaus der Schüler und deren Bedürfnissen gerecht zu werden: „Die meisten Teilnehmer in den Anfängerkursen müssen alphabetisiert werden, weil sie unser Schriftbild mit lateinischen Buchstaben nicht kennen.“

Im Fortgeschrittenen-Kurs gebe es hingegen Flüchtlinge, „die schon recht gut Deutsch sprechen“. Denn wer mit den lateinischen Buchstaben vertraut sei, dem falle das Lernen leichter.

Und dennoch, die Intensität des Lernens unter den Flüchtlingen könnte ihrer Meinung nach größer sein. Im März 2015, als die Flüchtlingshilfe erstmals Sprachkurse anbot, schien ihr die Motivation unter den Schülern größer zu sein als heute. Meyrich glaubt, dass das lange andauernde Asylverfahren – manche Flüchtlinge müssen über ein Jahr warten, ehe über ihren Antrag entschieden wird oder bis sie überhaupt einen Antrag stellen können – die Menschen zermürbe und so eine lähmende Perspektivlosigkeit entstehen könne. „Deswegen ist es wichtig, dass die Flüchtlingshilfe Kontakte zu den Menschen knüpft, Ansprechpartner vermittelt und Veranstaltungen anbietet.“

Elke Schmidt und Beate Festl sind solche Ansprechpartner. Das Duo leitet seit zwei Monaten mit zwei weiteren Lehrerinnen den Anfängerkurs am Donnerstag in den Räumen am Bahnweg. Festl und Schmidt sind zudem Teil des Lehrerteams, das eine von drei reinen Frauengruppen unterrichtet: „Vor allem in diesen Kursen hat sich ein herzliches Verhältnis unter den Teilnehmerinnen, aber auch zwischen Lehrerinnen und Schülerinnen entwickelt. Ich könnte gar nicht mehr aufhören, in dieser Gruppe zu unterrichten. Die Menschen dort bedeuten mir mittlerweile sehr viel“, sagt Elke Schmidt – und setzt das Credo in die Tat um.

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