Sportplatz: Politik pfeift Verwaltung zurück

Der Ausschussvorsitzende Gerd Clever notierte reichlich Wortmeldungen.

HALVER ▪ Mit Angriffen auf den Bürgermeister gespickt sowie der zuvor formierten Mehrheit aus SPD, UWG und FDP auf der einen und CDU und Grünen auf der anderen Seite kassierte der Sportausschuss die Vorlage der Verwaltung heute am frühen Abend ein. Die Konjunkturpaket II-Mittel in Höhe von rund 490 000 Euro sollen weiterhin für die Breitensportanlage an der Karlshöhe verwendet und nicht für eigene städtische Projekte eingesetzt werden, wie in der Beschlussvorlage empfohlen.

Die auch im Rat mit einer Mehrheit versehenen drei Fraktionen stärkten der neuen Agilis Sportgesellschaft mit ihrem Geschäftsführer Dieter Hoffmann an der Spitze den Rücken. „Die Bedingungen an die GmbH sind erfüllt“, erklärte der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Brosch. Auch für die UWG sah Paul-Adolf Turck alle zuvor geforderten Punkte als erfüllt an, ebenso wie Sascha Gerhardt für die FDP.

Die größte Fraktion im Rat erinnerte hingegen an die Verantwortung, die gerade angesichts der aktuell schlechten finanziellen Lage zu beachten sei. Jegliches Risiko müsse für die Stadt ausgeschlossen werden. Und die geforderte unbegrenzte Nachschusspflicht sei nicht erfüllt, kritisierte Peter Pastoors (CDU) das Konzept. „Das Restrisiko bleibt bei der Stadt.“ Der Grünen-Fraktionsvorsitzende wies zudem auf die „hohen öffentlichen Kosten“, die „nicht erfüllte Nachschusspflicht“ und auf eine seiner Ansicht nach hohe freiwillige Zahlung der Stadt hin.

Zuvor hatte der Agilis-Geschäftsführer das Sportplatz-Konzept vorgestellt und war auf die in der Vorlage der Verwaltung monierten Punkte eingegangen. Für Hoffmann stand abschließend fest: „Man kann nur mit List unterstellen, dass das Projekt schlecht finanziert wäre.“ Diese sei gesichert. Insgesamt wären 16 Gesellschafter beteiligt, die geforderte unbegrenzte Nachschusspflicht wörtlich übernommen worden und auch die weiteren Punkte seien erfüllt. „Das einzige Restrisiko liegt bei Ihnen, Herr Bürgermeister, ansonsten in Keinem“, kritisierte der Geschäftsführer den Ersten Bürger der Stadt.

Der in die Schusslinie geratene Bernd Eicker wehrte sich gegen diesen Vorwurf. „Wenn ich als Verhinderer in diese Ecke gestellt werde, tut mir das weh.“ Er handele im Sinne der Bürger und sei „irritiert“ über die Aussage von Hoffmann. Angesichts der vorgelegten Kostenrechnung für das Projekt in Höhe von rund 804 000 Euro brutto frage er sich, wie die nach Abzug des KII-Zuschusses und des 100 000-Euro-Gesellschaftskapitals noch ausstehenden 214 000 Euro bezahlt werden sollen, wenn in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werde. „Ich sehe im Moment nicht, dass die Finanzierung gesichert ist.“

Der Stadtsportverbands-Vertreter Arnd Knitter relativierte hingegen den Fehlbetrag, denn es handele sich um einen nicht verhandelten Brutto-Betrag. Während der Sitzung bezifferte Rolf Zwitserloot, Vorsitzender des Fördervereins Karlshöhe, außerdem die auf dem Konto eingegangenen Spenden mit 30 000 Euro plus „mindestens 30 000 bis 40 000 Euro“, die noch ausstünden. Weitere Gelder würde er zudem noch sammeln. Für Hoffman steht damit fest: „Das, was wir tun, überzeugt die Mehrheit der Halveraner.“ ▪ Marco Fraune

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