Hallenboden: Ein Konzept soll nun her

+
Der Sporthallenboden an der Mühlenstraße sollte nach Meinung der UWG umgehend ausgetauscht werden. ▪

HALVER ▪ Es war die erwartet emotional geführte Debatte, die sich die Mitglieder des Hauptausschusses am Mittwoch lieferten: Der Sporthallenboden an der Mühlenstraße sorgte erneut für Diskussionen, nachdem das Thema kurzfristig auf die Tagesordnung gehoben worden war.

Am Ende des fast einstündigen Schlagabtauschs stand ein von Hartmut Wächter (SPD) formulierter Auftrag an die Verwaltung: Diese soll nun technische Lösungen für eine Sanierung des Hallenbodens prüfen und ein Finanzkonzept unter Einbeziehung der an der Mühlenstraße aktiven Vereine erstellen.

Nur zwei Ausschussmitglieder stimmten gegen diesen Beschluss: Dr. Sabine Wallmann und Paul-Adolf Turck (beide UWG). Ihnen ging dieses Vorgehen nicht weit genug – doch ihr Antrag, Angebote zur Sanierung umgehend einzuholen, um „schnellstmöglich den Boden zu ersetzen“, kam erst gar nicht zur Abstimmung. Dabei verwiesen beide UWG-Politiker auf ihrer Meinung nach eindeutige Werte und Formulierungen, die die Stadt zum Handeln zwingen würden. Und diese Stellungnahmen sind seit Mittwochmittag öffentlich: Die Stadt stellte die entsprechenden Unterlagen des Diplom-Physikers Bernd Härting und auch Stellungnahmen der GVV-Kommunalversicherung und der Unfallkasse ins Internet. Darin werden auch die bereits in der Vorwoche genannten Kraftabbau-Werte aufgeführt, die deutlich unter den Anforderungen der deutschen DI-Norm liegen (wir berichteten). In seiner Beurteilung empfiehlt der Gutachter aber auch „dringend“, einen neuen flächen- oder mischelastischen Sporthallenboden zu verlegen, „der die Anforderungen der DIN V 18032-2:2001-04 an allen Punkten erfüllt“. In ihrer Forderung nach zügigem Handeln bestätigt sehen sich Wallmann und Turck zudem durch ein Schreiben der GVV-Kommunalversicherung, aus deren Sicht „der bestehende Hallenboden allenfalls für eine Übergangszeit weiter genutzt werden“ kann.

Während Bürgermeister Dr. Bernd Eicker zu Beginn der Debatte auf einen Vertreter der Unfallkasse verwies, der die Werte des Prüfberichts zumindest für den Schulsport nicht als besorgniserregend einstuft, bezweifelte Michael Brosch (SPD) die Sinnhaftigkeit einer Unterteilung zwischen Schul- und Vereinssport. Zu Besonnenheit und einer sachlichen Diskussion mahnten indes Kurt-Dieter Neuhaus, Martina Hesse und Peter Starke (alle CDU), während sich Karl-Friedrich Osenberg (Grüne) die Anhörung des Bundesinstituts für Sportwissenschaft in Bonn wünscht, um sich ein genaueres Bild zu machen.

Nun ist also zunächst die Stadt am Zuge, technische Lösungen zu finden und die Finanzierbarkeit aufzuzeigen. In Betracht ziehen wird die Stadt dabei auch eine im Vergleich zum Schwingboden kostengünstigere Lösung: Bau-Fachbereichsleiter Franz Helmut Engel betonte, dass auch ein Austausch der Oberfläche über dem Betonboden genügen würde, um normgerechte Werte zu erhalten. ▪ Frank Zacharias

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare