„Dürfen Vereine nicht überfordern“

Bei den Hallennutzungsentgelten geht es für die Vereine nicht nur um Kleingeld.

HALVER - Für Kämmerer Markus Tempelmann hat das eine zwar nichts mit dem anderen zu tun. Einige Ausschussmitglieder wollen dennoch eine Verbindung zwischen dem Hallennutzungsentgelt und dem Boden an der Mühlenstraße herstellen. Und genau das führte am Donnerstagabend bereits zu Diskussionen, noch bevor es um den möglichen Bodenaustausch ging.

Erneut stand die etwas sperrig klingende „Eingliederung der Sportstätten in den BgA Bäder“ auf der Tagesordnung, als sich die Mitglieder des Sport- und Freizeitausschusses im Rathaus trafen. Von dieser Eingliederung verspricht sich Tempelmann, wie berichtet, Steuervorteile. Der Haken für die Sportvereine: Sie sollen ab dem 1. März Hallennutzungsentgelt bezahlen, die laut Kämmerer zwar moderat ausfallen, manche Vereine dennoch überfordern könnten, wie CDU-Ratsherr Andreas Wolter betonte. Als Vorsitzender des TuS Grünenbaum kennt er die zusätzlichen Belastungen für seinen Verein genau. Seine Sorge: Notwendige höhere Mitgliedsbeiträge können laut Wolter auf der nächsten Jahreshauptversammlung erst mit Wirkung zum kommenden Jahr beschlossen werden. „Das hätte man ein Jahr vorher ankündigen können“, so die Kritik in Richtung Verwaltung. Woraufhin Kämmerer Markus Tempelmann den „Druck der Ereignisse“ in Sachen Hallenboden für die zügige Beschlussvorlage verantwortlich machte. Die anstehende Investition soll bekanntlich durch die Eingliederung der Sportstätten in einen Bäder-Betrieb vorsteuerabzugsfähig sein (wir berichteten gestern).

Mit Andreas Wolter teilte am Donnerstag auch Paul-Adolf Turck die Sorge um die Vereinsfinanzen. Insgesamt, so erklärte er, beliefen sich die Mehrkosten für den TuS Grünenbaum und die SG Schalksmühle-Halver pro Jahr auf 3700 Euro. Dennoch wollte er sich der Notwendigkeit eines Nutzungsentgelts nicht verschließen: „Ich erkenne den Sinn, es gefällt mir aber nicht. Wir dürfen die Vereine nicht überfordern.“

Dirk Schmale, Vorsitzender des Stadtsportverbands (SSV), hatte zuvor das grundsätzliche Einvernehmen des SSV mit der Stadtverwaltung erklärt. Negative Rückmeldungen aus den Vereinen zu den Entgelt-Plänen habe es bislang nicht gegeben. „Wir halten die Gebühr zwar nicht für erforderlich, erkennen aber die Zeichen der Zeit, dass die Stadt so etwas einfordern kann“, so Schmale weiter. Zugleich sehe der SSV den „charmanten Nebeneffekt“, dass Vereine schlecht besuchte Hallenzeiten womöglich freigeben, um Kosten zu sparen.

Ginge es nach dem Ausschussvorsitzenden Gerd Clever (Grüne), sollen Einsparungen aber auch anders möglich sein: durch die Aufteilung des Hallennutzungsplans in eine Sommer- und eine Winterperiode. So würden Fußballer die Sporthallen im Sommer nicht nutzen, müssten nach aktuellem Stand aber für Zeiten zahlen, die sie gar nicht benötigten. Ein Thema, das offenbar bereits zwischen Stadtverwaltung und SSV erörtert wurde. Dirk Schmale in Richtung Gerd Clever: „Das war sozusagen ein Stoß durch eine schon offene Tür.“ - Frank Zacharias

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