„Spielend Deutsch sprechen und verstehen lernen“

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Diese Elftklässlerinnen haben sich als Scout angemeldet – zur Freude von Rotarier Ulrich Möller und Barbara Dorn-Erdogdu von der Grundschule „Auf dem Dorfe“. ▪

HALVER ▪ „Spielend leicht Deutsch sprechen und verstehen lernen“ –  dieses Motto haben sich die Rotarier Lüdenscheid, Lüdenscheid Mark und des Inner Wheel Clubs mit dem Projekt „Sprache verbindet“ auf die Fahnen geschrieben.

Was in Lüdenscheid und anderen Städten bereits seit Jahren erfolgreich funktioniert, soll nun auch in der Stadt Halver zur Erfolgsgeschichte werden: „Integration funktioniert nicht, ohne dass man die Sprache beherrscht“, erklärt Ulrich Möller den Hintergrund. Denn bei „Sprache verbindet“ wird Grundschülern mit Migrationshintergrund die Möglichkeit gegeben, mit einem so genannten Scout, meist Schüler der Jahrgangsstufe 11 und 12, Deutsch zu lernen oder die vorhandenen Sprachkenntnisse zu vertiefen. Auf Initiative von Barbara Dorn-Erdogdu, Leiterin der Grundschule „Auf dem Dorfe“, war der Kontakt mit dem Rotary Club entstanden – und die Verantwortlichen hatten sogleich eine Zusammenarbeit zugesagt. Gestern waren Dorn-Erdogdu und Möller zu Gast am Anne-Frank-Gymnasium, um das Projekt vorzustellen. Dass Möller am Ende mit sieben Anmeldungen nach Hause gehen konnte, damit hatte er selbst nicht gerechnet.

Die Jugendlichen, die demnächst ihre Arbeit aufnehmen werden, kommen dabei zu den Grundschülern, die Deutsch-Unterricht benötigen, und werden in ihrer gewohnten Atmosphäre unterrichtet. „Voraussetzung ist allerdings, dass es einen Raum gibt, wo Scout und Schüler ungestört lernen können – fernab des Fernsehers oder spielender Geschwister“, betont Möller. Sollte dies nicht möglich sein, würde aber auch die Grundschule Räume zur Verfügung stellen, betont Dorn-Erdogdu. Betreut werden die Scouts, die auch an einer Schulung teilnehmen, von Rotariern, ihren Paten – über sie wird der Kontakt hergestellt und das Vorgespräch geführt. Und: Die 8 Euro Unterrichtsgebühr pro Stunde tragen zur Hälfte die Eltern, zur Hälfte die Rotarier. „Dieser Wert einer Zigarettenschachtel sollte den Eltern der Unterricht eigentlich wert sein“, ist sich Möller sicher.

Laut Dorn-Erdgogdu lägen ihr bereits sieben Anmeldungen von Seiten ihrer Grundschuleltern vor, weitere würden jedoch sicherlich noch kommen. Und: Auch die Gymnasiasten profitieren davon –  denn das soziale Engagement werde in Form eines Zeugnisse honoriert. ▪ Kerstin Zacharias

       http://www.sprache-verbindet.de

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