Sofi-Brillen sind in Halver ausverkauft

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Ohne solch eine Spezialbrille sollte niemand am Freitag die vom Mond verdunkelte Sonne hineinschauen – sonst droht eine Schädigung der Augen.

Halver - Zwar sind die Spezialbrillen, die sogenannten „Sofi“-Brillen, mit der man die Sonnenfinsternis am Freitag verfolgen kann, in Halver ausverkauft. Trotzdem weisen Experten darauf hin: Ohne Brille drohen Augenschäden.

Von Det Ruthmann

Wer sich am Freitagvormittag das Spektakel der Sonnenfinsternis – gegen 9.30 Uhr schiebt sich der Neumond vor die Sonne – anschauen möchte, benötigt dazu eine Spezialbrille. Es drohen Augenschäden (Verbrennung der Netzhaut) bis zur Erblindung, wenn man schutzlos in die zu rund 80 Prozent abgedeckte Sonne sieht.

Allerdings: Bei den Optikern in Halver gibt es keine sogenannten „Sofi“-Brillen (Sonnenfinsternis) mehr. „Ausverkauft“, melden Optiker Michael Kortmann sowie Uschi Illing vom Geschäft Nockemann. Beide sprachen von deutlichen starken Nachfragen in den vergangenen Tagen, sowohl telefonisch als auch in den Geschäften selbst. Hoffnung können die Optiker den Halveranern nicht mehr machen, dass es noch kurzfristig Nachschub gibt: Der Hersteller solcher Sofi-Brillen habe ebenfalls ausverkauft gemeldet.

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Es sollten aber auch keine alten Sofi-Brillen genutzt werden, die jahrelang in der Schublade gelegen haben. Denn es bestehe die Gefahr, dass die beschichtete Folie Kratzer oder gar Löcher bekommen hat – sie schütze dann nicht mehr.

Augenarzt Dr. Wolfram Lermen warnt eindringlich davor, nicht ohne Schutz in die Sonne zu schauen. „Es drohen Netzhautschäden an der Stelle des schärfsten Sehens, die meist irreparabel sind“, macht Lermen deutlich. Eine normale Sonnenbrille oder auch die modernen 3-D-Brillen, die etwas dunkler sind, seien nicht geeignet, um die Sonnenfinsternis zu betrachten.

„Wir haben vorgesorgt“, kann Norbert Lienesch, Leiter der Ganztagsschule berichten. Denn das Thema „Sonnenfinsternis“ wurde und wird nicht nur im Unterricht vorbereitet, die Schüler werden es am Freitag auch direkt verfolgen können – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Denn Spezialbrillen liegen in ausreichender Anzahl bereits in der Ganztagsschule bereit, so dass „wir das Spektakel verfolgen können“, sagt der Schulleiter.

In der Realschule werde es keine besonderen Aktivitäten geben, sagt Schulleiter Friedhelm Schröder. Einige Kollegen würden sich Gedanken machen, ob und wie das Thema im Erdkunde- oder Physikunterricht behandelt wird. Zudem gab es gestern eine Lehrerkonferenz zum Thema „Sonnenfinsternis“. Schließlich liegt den Schulen ein Schreiben der Bezirksregierung vor, in dem das Bundesamt für Strahlenschutz vor der Erblindungsgefahr warnt.

Für die Grundschulen in Halver folgert daraus, so erklären Petra Schreiber und Monika Lauterbach, die Leiterinnen der Grundschule „Auf dem Dorfe“ und Lindenhofschule, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Südseiten werden fenstertechnisch verschlossen und auf Pausen auf dem Hof wird am Freitagvormittag verzichtet. „Es passt auch nicht in unsere Projektwoche“, erklärte Rektorin Schreiber, dass es am Freitag keine Exkursionen mehr geben wird. Letztlich würden auch die Mittel fehlen, um 300 Kinder mit Sofi-Brillen auszustatten. Daher wird die Sonnenfinsternis in den Grundschulen auch nicht als besonderer Unterrichtsgegenstand verwendet.

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