Halver

Rücksichtnahme für die Rehkitze

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Hunde sollten aktuell an der Leine im Wald geführt werden.

Halver – In den Zeiten der Corona-Krise verbringen die Menschen viel Zeit in der Natur. Der Großteil hält sich dabei an den Mindestabstand, geht joggen, fährt ausgiebig Fahrrad oder geht mit seinen Hund Gassi. Gerne werden dafür die Waldwege genutzt. Vor Ort sollte die Solidarität gelebt werden, wie sie vielerorts auch in der Corona-Krise gelebt wird – gerade in der Frühlingszeit.

In den Monaten April und Mai bekommen jene Tierarten ihre Jungen, die sich nur einmal im Jahr vermehren. Das Osterlamm ist das klassische Beispiel. Dank menschlichen Schutzes ist es versorgt. Für die heimischen Wildtiere sieht das anders aus: Bei den Raubtieren wie Fuchs und Marder liegen die Jungen gut geborgen in unterirdischen Bauen – unter Holzhaufen oder in Baumhöhlen. Die Fluchttiere wie Hase und Reh müssen sich anders behelfen. Rehkitze und Junghasen sind im hohen Gras oder im Dickicht verborgen und geben möglichst wenig Witterung ab. Denn im Moment sind sie sogar zu langsam, um bei Gefahr durch eine beherzte Flucht das Weite suchen zu können. Sie sind zur Zeit wehrlose Opfer für jeden Räuber – sei er noch so unbeholfen. 

Eine Hundeleine rettet Leben

„Da ist die Leinenpflicht für die Hunde absolut einzuhalten“, erklärt Thomas Bette, Presseobmann des Hegerings Halver, und führt weiter aus: „Eine Leine rettet Leben und verhindert viele Probleme. Wenn der Hund dem Wild kein Ungemach verursacht, ist auch kein Jäger dazu gezwungen, den Halter eines wilderndes Hundes wegen Tierquälerei anzuzeigen.“ Bette betont aber, dass sich der Großteil der Hundehalter an die Leinenpflicht hält und auch die meisten Leute auf den vorgegebenen Waldwegen bleiben. Allerdings gibt es auch immer wieder Ausnahmen, die beispielsweise zu später Stunde auf dem Rad ohne Licht unterwegs sind oder durch eine überhöhte Geschwindigkeit auffallen. 

„Die Tiere erschrecken sich genauso wie Menschen, wenn Fahrradfahrer mit sehr hoher Geschwindigkeit an einem vorbeirauschen. Da bleibt oftmals noch nicht einmal die Zeit, um zu reagieren. Solche Aktionen machen nicht nur die Leute, sondern auch die Tiere nervös. Wir sollten uns immer bewusst machen, dass wir Menschen in das Zuhause der Wildtiere eindringen. Und wir sollten uns dementsprechend verhalten.“ Nach Bettes Wahrnehmung sei die Zahl der Spaziergänger durch die aktuelle Corona-Situation zumindest nicht signifikant in die Höhe geschnellt. 

„Es gibt immer Stellen, an denen mehr los ist. Aber da hat jeder sicherlich eine andere Meinung.“ Aber in einer Sache ist sich Bette sicher: Rücksichtnahme und Solidarität sollten dieser Tage auch im Wald gelebt werden – so wie es die meisten Menschen auch vorbildlich machen würden. „Da mancherorts noch mehr Spaziergänger im Wald und Feld unterwegs sind, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Jungwild von Menschen gefunden und in falsch verstandener Fürsorge mitgenommen wird. Für Kitz und Junghase ist die Welt in Ordnung, wenn es am Ort bleibt. Mama kommt irgendwann zurück.“

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