Sparkasse will lieber spenden

+
Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Udo Lütteken. ▪

HALVER ▪ Die Pläne von Kämmerer Markus Tempelmann rufen die Sparkasse Lüdenscheid auf den Plan. Statt jährlich 100 000 Euro an Gewinnausschüttung leisten zu müssen, setzt der Vorstandsvorsitzende, Udo Lütteken, auf Spenden. Da solche vor Steuern gezahlt werden könnten, würden sie nicht durch Steuern (Kapitalertragssteuer, Solidaritätszuschlag, Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer) gemindert.

Mit der Gewinnausschüttung könne die Stadt nichts machen, da sie in das Haushaltssicherungskonzept einfließe. Angesichts des Nothaushaltes weiß der Sparkassenchef, dass die Stadt nicht mehr uneingeschränkt der Herr im Haus ist. „Wünschenswertes schreibt einem der Regierungspräsident vor“, erklärt Lütteken im AA-Gespräch.

Nach der Rechnung des Vorstandsvorsitzenden würde sich die Stadt mit einer Gewinnausschüttung schlechter stellen als mit Spenden: Um 100 000 Euro an die Stadt ausschütten zu können, müsse die Sparkasse einen Gewinn vor Steuern von rund 170 000 Euro erwirtschaften. Bei einer Spende sei der Betrag im Grunde brutto für netto. Einzig die entgangene Gewerbesteuer müsse berücksichtigt werden. Wollte man dies kompensieren, beliefe sich die entsprechende Spende auf rund 113 000 Euro. „Ich plädiere für einen intelligenten Umgang mit den vorhandenen Ressourcen, anstatt fest auf Gewinnausschüttung zu setzen“, erklärt Lütteken in seiner Stellungnahme.

Wo die Spenden hinfließen könnten, darüber hat sich der Sparkassenchef ebenfalls seine Gedanken gemacht. Er könne sich vorstellen, zum Beispiel ein Projekt „Kunst- und Kulturzentrum in Halver“ zu unterstützen. Einbezogen werden sollten die beiden denkmalgeschützten Häuser an der Frankfurter Straße, die im Besitz der Sparkasse sind. „Getragen von einem entsprechenden gemeinnützigen Verein könnten sie übernommen und modernisiert werden“, heißt es in der Stellungnahme. Dies bedeute nicht, dass die Häuser an den Verein gespendet werden, konkretisiert Lütteken im AA-Gespräch seine Überlegungen. Mit der Spendensumme könnte gekauft werden. Schließlich stünden voraussichtlich in den Jahren 2011 bis 2013 für die Regionale in Halver je 140 000 Euro Spendenvolumen zur Verfügung. „Auf diesem Wege hätte das Geld der Sparkasse größten, unmittelbaren und nachhaltigen Nutzen für die Halveraner, nicht zuletzt auch für das Aussehen im Zentrum der Stadt“, setzt der Sparkassen-Vorstandsvorsitzende auf ein Umdenken beim Kämmerer und bei den weiteren Entscheidungsträgern in der Stadt. ▪ Marco Fraune

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare