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Nach Schließungen im MK: Viele Kunden wechseln die Bank

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Von: Florian Hesse, Georg Dickopf

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Die Commerzbank-Filiale in Halver ist seit Donnerstag geschlossen.
Die Commerzbank-Filiale in Halver ist geschlossen. Auch die Automaten sind abgebaut. © Florian Hesse

Das Bankensterben auf dem Land schreitet in Zeiten der Digitalisierung weiter mit großen Schritten voran. Viele Bürger im Märkischen Kreis können ihr Konto per Smartphone oder zumindest zu Hause per Online-Banking verwalten, selbst Überweisungen und Daueraufträge einrichten und vieles mehr.

Halver - Weil dadurch der Gang zur Filiale selten wird, haben die Deutsche Bank und die Commerzbank ihre Konsequenzen gezogen. Geschlossen hat zum Beispiel auch der Commerzbank-Standort in Halver. Auch Filialen in Altena, Neuenrade und Menden sind betroffen. Die Commerzbank bleibt in Lüdenscheid, Iserlohn, Olpe und Plettenberg. Auf Nachfrage verweist die Commerzbank an Automaten der Deutschen Bank, HypoVereinsbank und Postbank – die gibt es in Halver allerdings alle nicht (wir berichteten). Letzte Möglichkeit, um an Bargeld zu kommen, bleibt also der Einkauf im Einzelhandel. Bei Kaufland, Rewe, Lidl und Netto kann ab einem bestimmten Einkaufswert auch Bargeld ausgezahlt werden.

Bargeld im Supermarkt

Viele Kunden im gesamten Kreisgebiet haben bereits die Konsequenzen gezogen und wechselten die Bank. Und das spüren die Mitbewerber deutlich, wie Thomas Sommer von der Volksbank in Südwestfalen bestätigte: „Natürlich spüren auch wir als Volksbank, wenn ein Mitbewerber wie die Deutsche Bank ihre Niederlassung in unserem Marktgebiet schließt. Wir haben auf diesem Weg auch bereits neue Kunden gewinnen können. Viele schätzen den Service und die Beratung vor Ort, und daher orientieren sich die Menschen entsprechend um. Als Volksbank freuen wir uns natürlich, wenn die Wahl auf unser Haus fällt“, gibt Sommer unumwunden zu.

Das sieht man in gleicher Weise beim „Platzhirschen“ in der Region mit rund 60 Prozent Marktanteil bei den Girokonten: „Wir freuen uns über jeden Kunden“, sagt Volker Schnippering, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit bei der Sparkasse Lüdenscheid, zu der auch Halver, Herscheid und Schalksmühle gehören.

Gerade in Halver machen sich der Rückzug der Commerzbank und der Abbau der Geldautomaten an der Frankfurter Straße bemerkbar. Eine verlässliche Datengrundlage, wie viele Kunden genau jetzt gewechselt seien und von welchem Geldinstitut existiere nicht. Doch die Rückmeldung der Kundenberater zeige, dass erkennbar Bewegung sei. Er gehe davon aus, dass nicht nur Privatkunden, sondern auch gewerbliche die Bank wechselten, weil auch für sie die Bargeldversorgung vor Ort von Interesse sei, so Schnipperings Einschätzung im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger. In der Kernstadt von Halver sei man in der Hauptstelle persönlich präsent, am Fachmarktzentrum und in der früheren Filiale in Oberbrügge stelle die Sparkasse Automaten bereit.

Einen Trost haben die Kunden der Großbanken, denn besagte Banken sind heute auch per Telefon, Videotelefonie, per Chat oder online für die Kunden da. Und wer auf den persönlichen Kontakt verzichten kann, für den ist es praktisch egal, wo die Bank ihre Filiale hat.

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