Sorgfältig mehrere Merkmale überprüfen

HALVER ▪ Woran lässt sich Falschgeld erkennen? Wie verhält man sich korrekt, wenn man glaubt, „Blüten“ in der Hand zu halten? Um diese beiden Fragen drehte sich die Schulung zur Falschgeldprävention, die gestern Nachmittag im Sitzungssaal des Rathauses stattfand.

Unternehmen mit hohem Bargeldumlauf sollten in eigenem Interesse Geldscheine im Zweifelsfall kritisch auf ihre Echtheit hin prüfen. „Haben Sie den Schein erst einmal in der Kasse und ist der Kunde weg, haben Sie allein den finanziellen Schaden“, gaben die beiden Referenten der Deutschen Bundesbank, Arnd Holtsträter und Michael Becker, zu bedenken. Gleiches gelte für Einzelpersonen.

In der Europäischen Union sind rund 13,8 Millarden Banknoten im Umlauf. „Im ersten Halbjahr 2011 wurden 295 553 falsche Scheine in Europa aussortiert. In Deutschland waren es im ersten Quartal dieses Jahres 18 852“, machte Holtsträter deutlich, dass die Zahl der sich im Umlauf befindlichen „Blüten“ allerdings vergleichsweise gering sei. Am häufigsten handle es sich dabei um die sprichwörtlichen „falschen Fuffziger“, deren Anteil an falschen Geldscheinen rund 45 Prozent betrage.

Zehn Personen waren der Einladung zu der kostenlosen Veranstaltung gefolgt, die die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) und die Deutsche Bundesbank zusammen anbieten. Die Teilnehmer erhielten nicht nur theroretische Informationen rund um das Thema Falschgeld, sondern hatten darüber hinaus die Gelegenheit, anhand von UV-Lesegeräten und Lupen die Unterschiede zwischen echten und falschen Geldscheinen auch praktisch nachzuvollziehen. Neben den maschinellen Verfahren, die Banken und vor allem die Deutsche Bundesbank anwenden, ließen sich Geldscheine auch mit dem Seh- und Tastsinn auf ihre Korrektheit testen, erklärten die beiden Referenten. „Banknotenpapier besteht aus Baumwolle, das sich griffig anfühlt und nicht glatt“, so Holtsträter.

Neben dem „bekannten“ Prüfungsverfahren, einen Geldschein gegen Licht zu halten, um das Wasserzeichen erkennen zu können, böten sich zwei weitere optische Vergleichsmöglichkeiten an. Das Durchsichtsregister in der linken oberen Ecke auf der Vorderseite jedes Geldscheins etwa eigne sich zum Vergleich. „Vorne sind nur Bruchstücke des Betrages zu erkennen. Fügen sich diese nicht ganz genau mit denen auf der Rückseite zu der Zahl zusammen, wenn man den Schein gegen das Licht hält, ist er falsch“, so Becker. Auch anhand der Zahl, die sich in der rechten unteren Ecke auf der Vorderseite befinde, lasse sich schnell ermitteln, ob es sich um eine „Blüte“ handele oder nicht. „Wenn man den Schein leicht kippt, verändert sich die Farbe“, erklärte Becker und fügte hinzu, dass eben jene beiden Merkmale Betrüger vor große Schwierigkeiten stellten.

Auch mittels Tastsinn könnten falsche Banknoten enttarnt werden, denn durch das so genannte „Stichtiefdruckverfahren“ würden an einigen Stellen eines Geldscheins „ertastbare Reliefs“ gebildet. „Fährt man mit dem Daumennagel über diese Stellen, fühlt man leichte Unebenheiten“, so Becker.

Im Zweifelsfall sollte sich ein Verkäufer freundlich verhalten und einen Vorgesetzten informieren, um eine zweite Meinung zu vermeintlichem Falschgeld einzuholen. Erst dann sollte die Polizei verständigt werden. „Wenn Sie einen Betrüger erwischt haben, wird der schnell das Weite suchen“, so Holtsträter. Meistens bezahlten Leute unwissentlich mit „Blüten“, weil sie selbst nicht gemerkt hätten, Falschgeld erhalten zu haben.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare