„Eine Stimme, ein Piano, eine Oper“

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Franziska Dannheim und Jeong-Min Kim brillierten beim Auftritt in der Aula der Realschule. ▪

HALVER ▪ Franziska Dannheim hatte in ihrer Ankündigung nicht zu viel versprochen. „Eine Stimme, ein Piano, eine Oper“ waren genau das, was die Besucher der Oper légère in der Aula der Realschule am Samstagabend erwartete.

Die tragische Geschichte von La Traviata von Guiseppe Verdi stand auf dem Programm. Dabei beschränkte sich die Sopranistin nicht allein auf Partien für ihre Stimmlage. Im Gegenteil, vor allem die Arien für Bariton und Tenor hatten es ihr angetan.

Das gesamte Bühnenbild für die „Schwindsuchtsoper“, so Dannheim – ein wackeliger silberner Notenständer, an den die Sängerin ein ebenso fragiles silbernes Handtäschchen hängte, aus dem sie die wenigen weiteren Requisiten entnahm. Genauso überschaubar, wenn auch nicht weniger beeindruckend, das Orchester mit Generaldirektorin: Jeong-Min Kim am Flügel.

Gemeinsam mit den beiden Musikerinnen ging es in knapp zwei Stunden durch die drei Akte von La Traviata. Die fehlende Handlung auf der Bühne machte Franziska Dannheim wett mit abwechslungsreichen und kurzweiligen Auszügen aus der Geschichte der Oper, dem Leben des Komponisten Verdi unddes Schriftstellers Alexandre Dumas, der die Romanvorlage „Die Kameliendame“ zu La Traviata lieferte. Damit ordnete sie die mal heiteren, mal gefühlvollen und mal zornigen Arien immer in den Kontext der Oper ein, so dass auch völlige Opernneulinge dem Geschehen folgen konnten. Noch mehr, immer wieder durfte das Publikum der Oper légère selbst aktiv werden und als Chor mitsingen oder zum Ballett der Stierkämpfer klatschen.

Ob als schwindsüchtige Kurtisane Violetta, als Liebhaber Alfredo oder dessen Vater Giorgio, Franziska Dannheim überzeugte in allen Rollen und schaffte es mit ihrer vielseitigen Stimme, die musikalische Bandbreite der Oper zu vermitteln. „Ich wär’ jetzt mal Alfred“, kündigte sie heiter ihre dauernden Rollenwechsel an.

Der warme gefühlvolle Klang ihres Soprans konnte auch die umgeschriebenen Bariton-Partien mühelos transportieren. In absolutem Einklang agierten Jeong-Min Kim und Franziska Dannheim zusammen. Virtuos übernahm die Pianistin den Orchesterpart, während die Sopranistin mühelos die bekannten Melodien der Oper präsentierte.

Zum Ende des gelungenen Musikabends, für dessen gemütliches Ambiente die Veranstalter der Halveraner Kulturzeit gesorgt hatten, durfte das begeisterte Publikum noch einmal mitschmettern, beim bekannten Trinklied „Libiamo“.

Von Marit Schulte

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