Sommerkonzert: Kantorei will dem Konflikt trotzen

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Siegfried Bohe, Vorsitzender des Fördervereins für Kirchenmusik.

HALVER ▪ So schnell wächst kein Gras: Die öffentliche Kritik des Kantoreivorstands an der Leitung der Evangelischen Kirchengemeinde Halver liegt nun mehr als einen Monat zurück. Doch nicht zuletzt die Absage des Nicolaifestes durch das Presbyterium in der Vorwoche zeigt, dass die Wogen längst nicht geglättet sind.

HINTERGRUND

Der Konflikt Auslöser des öffentlichen Konflikts zwischen Kantorei und Gemeindeleitung ist der so genannte „Maulkorberlass“: Mit diesem soll Kantor Andreas Pumpa verpflichtet worden sein, dafür Sorge zu tragen, dass aus seinem Umfeld keine negativen Äußerungen gegen die Gemeindeleitung laut werden. Nachdem mehrere Schlichtungsversuche gescheitert seien, wie es hieß, erstatteten einige Kantoreimitglieder Strafanzeige gegen die Gemeindeleitung. Das Presbyterium betonte zuletzt, dass es sich bei der Anzeige um den „unberechtigten Vorwurf einer Straftat“ handele.

Nun bemüht sich die Kantorei um ein Stück Normalität. Siegfried Bohe, Vorsitzender des Fördervereins für Kirchenmusik, betonte im Gespräch mit dem AA, dass die Arbeit der Kantorei trotz des Konflikts fortgeführt werden soll. Mittlerweile seien auch jene Kantoreimitglieder im Gemeindehaus wieder willkommen, die eine Strafanzeige gegen die Gemeindeleitung gestellt haben. Gemeinsam habe man nun auch die Konfirmationen des vergangenen Wochenendes musikalisch gestalteten können – unter der Leitung Andreas Pumpas, der nach einer Erkrankung mittlerweile wieder arbeitet.

Und auch das traditionelle Sommerkonzert der Kantorei findet wie geplant statt: Am Sonntag, 19. Juni, soll es in der Nicolai-Kirche mit eher „leichterer Kost“ aufwarten, wie es von Seiten der Kantorei heißt. Denn so würde sich auch Neueinsteigern eine gute Möglichkeit bieten, erste Chorerfahrungen zu sammeln. Einer der Schwerpunkte werde im Bereich Gospel liegen, aber auch Jazz- und Bluesfreunde sollen auf ihre Kosten kommen.

Vor dem Hintergrund des schwelenden Konflikts bewirbt Bohe die Kantorei in seiner Einladung zum Mitsingen als eine Gruppe, in der sowohl Glaubensskeptiker als auch besonders engagierte Christen willkommen sind. Gerade in dieser Mischung sehe man eine große Chance. „In der Vielfalt, auch der religiösen Meinungen, musikalischen Interessen und unterschiedlichen Sichtweisen sehen wir weniger das Trennende als die gegenseitige Bereicherung.“

Interessenten sind mittwochs zwischen 19.30 und 21.30 Uhr im Gemeindehaus willkommen. Weitere Auskünfte erteilt Andreas Pumpa unter Telefon 02192/9372902. ▪ Frank Zacharias

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