Teuerste Variante bevorzugt

So soll der Rathauspark barrierefrei werden

+
Am teuersten, aber aus Sicht der Politiker auch am nachhaltigsten: die Variante drei für den „neuen“ Rathauspark.

Halver - Zwei Stufen, die für einige Menschen unüberwindbar sind, werden ersetzt. Der Rathauspark bekommt nicht nur eine Rampe, sondern wird mit einem komplett neuen Zugang barrierefrei – und auch: attraktiver.

Drei Varianten wurden dem Ausschuss für öffentliche Einrichtungen in seiner jüngsten Sitzung vorgeschlagen. Die günstigste kostete 6000 Euro, eine zweite 8000 Euro und die dritte 12 500 Euro. Einstimmig entschieden sich die Kommunalpolitiker für die kostenintensivste Variante. 

Das Geld sei gut investiert, war man sich einig. Denn die Rampe steigere nicht nur die Attraktivität des Parks, sondern sei auch am nachhaltigsten. Die vorhandenen Stufen müssten regelmäßig ausgebessert werden, wie Michael Schmidt, Fachbereichsleiter Bauen und Wohnen, erläuterte. Bei den beiden günstigeren Varianten blieben die Stufen zwar erhalten, hätten aber ohnehin keine lange Lebensdauer und verursachten weiterhin Kosten. 

Optisch sei ein neues Element zudem ansprechender als nur ein Anbau. „Und wenn Architekten schon etwas planen, dann soll es auch gezeigt werden“, sagte Schmidt. Geplant wurden die drei Varianten von Katrin Siegmund. Sie ist seit einem halben Jahr im Bauamt tätig und hat als Architektin nun ihr erstes Projekt für die Stadt gestartet. 

Barrierefrei und attraktiv

Die neue Rampe soll es nicht nur gehbehinderten Menschen, Rollstuhlfahrern oder Familien mit Kinderwagen erleichtern, den Rathauspark von der Thomasstraße aus zu betreten. Mit neu integrierten Sitzmöglichkeiten sollen Menschen zudem zum Verweilen eingeladen werden und für das eine oder andere Foto positioniert werden können, wie etwa nach einer Trauung. Der Standort der Treppe direkt gegenüber dem Haupteingang des Rathauses biete das förmlich an. 

Optisch werde sich der Zugang in das Bild des Villa Wippermann-Geländes eingliedern: Die Sitzblöcke aus Betonstein finden sich auch am Spielplatz und an der Villa Wippermann. Die Gestaltung sei ein Einstieg in vieles, was noch kommen kann, sagte Michael Schmidt. So werde die Umgebung des Rathauses einheitlich und wiedererkennbar.

Dass die Barrierefreiheit im Rathauspark noch einmal Thema wurde, beruht auf einer Anfrage der CDU, die das Thema im Mai 2019 ansprach. Doch weil zum einen bereits ein barrierefreier Zugang aus der Schützenstraße besteht und zudem die zukünftige Nutzung des Parks für eventuellen Wohnungsbau ungeklärt war, wurde nicht mehr investiert. 

Weil die Umnutzung des Parks aktuell jedoch kein Thema – wenn auch nicht gänzlich ausgeschlossen – ist, stimmten die Verantwortlichen der Maßnahme letztlich zu. Das letzte Wort hat indes der Rat, der am 22. Juni zusammenkommt. Gedeckt werden die 12 500 Euro, die nicht im Haushalt stehen, durch den vorerst nach hinten verschobene Bau einer Stützmauer an der Goethestraße. 

Bürger machten sich für den Park stark

Dass investiert wird, dürfte nicht zuletzt die die Interessengemeinschaft „Der Rathauspark soll bleiben“ mit Axel Ertelt als Initiator freuen. Sie setzt sich für die Erhaltung des Parks ein und plant, mehr Leben in die Grünanlage zu bringen. Im vergangenen Sommer sanierte der Halveraner Horst Severin in Eigenleistung den Musikpavillon. Eine weitere Anregung aus der Bürgerschaft betrifft den Brunnen und die entfernte Plastik. Statt des Wassers sollen zumindest Blumen gepflanzt und die Statue wieder aufgestellt werden. 

Auch Hohenzollernpark im Fokus

Auch der Hohenzollernpark soll saniert werden. Die Zeit dafür habe aufgrund von personellen Engpässen, die wiederum durch Corona entstanden sind, jedoch gefehlt, wie der Fachbereichsleiter einräumte. In der zweiten Hälfte der Sommerferien will man auch für den zweiten Park in Halver in die Planungen einsteigen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare