Der Applaus fehlt, der Optimismus nicht

Künstler-Ratgeber: Smudo-Double schreibt Buch über Corona-Jahr 

Le smoo portraet
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Auch in Zeiten der Corona-Pandemie entwickelt der Künstler George Le Smoo neue Ideen und Konzepte, um im Showbusiness weiter Fuß zu fassen.

Der Halveraner George Le Smoo ist ein Künstler und doch so viel: Autor, Sprecher, Double, Sänger oder auch einfach Entertainer. Mit seinem Kollegen King Eddy war er im vergangenen Jahr eigentlich 60-mal gebucht. 60-mal hätte er Applaus vom Publikum erhalten. Jetzt hat er ein weiteres Buch geschrieben.

Halver – Die Walkingrunde tut ihm immer wieder gut. Um abzuschalten, aber auch, um neue Ideen zu entwickeln. Denn Stillstand wäre Rückschritt – auch in dieser außergewöhnlichen und durch Corona geprägten Zeit. Der Halveraner George Le Smoo ist ein Künstler.

StadtHalver
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl16.873 (Stand: 30.6.2010)

„Das ist das schönste Geschenk, das du erhalten kannst: Ein dicker Applaus.“ Doch daraus wurde nichts, Le Smoo war zum Umdenken gezwungen. Er hatte sich bewusst im Jahre 2019 dazu entschieden, alles auf die Künstlerkarte zu setzen und sich selbständig gemacht. Derzeit erhält er Arbeitslosengeld und arbeitet aushilfsweise in einem Lüdenscheider Einzelhandelsunternehmen – wenn der Lockdown nicht wäre.

Smudo-Double schreibt Buch über Corona-Jahr:

„Ich muss ja auch irgendwie über die Runden kommen“, sagt Le Smoo. In seiner Stimme schwingt dabei aber kein Selbstmitleid. Le Smoo, der diesen Künstlernamen wegen seiner großen Ähnlichkeit zu Smudo von der Erfolgsband Fanta 4 gewählt hat, fand in der Corona-Zeit sein Ventil im Schreiben von Büchern. Den Auftakt machte ein Buch über seine skurrilen Erfahrungen als Smudo-Doppelgänger, gefolgt von einem Thriller, und erst vor wenigen Wochen stellte er einen Ratgeber für Künstler fertig. Eine große Bandbreite, die Le Smoo bespielt und auch bewusst bespielen will. Er möchte sich nicht vorwerfen lassen, nicht alles dafür getan zu haben, um als Künstler durchzustarten.

Deswegen schrieb er in den vergangenen Wochen auch zahlreiche Verlage und Literaturagenturen an, um seine Bücher bestmöglich zu vermarkten. Dabei holte er sich sogar Tipps von Bestsellerautor Sebastian Fitzek ein. Er schrieb Fitzek eine E-Mail und bekam tatsächlich nach einigen Wochen eine Antwort. „Er riet mir dazu, sich nicht direkt an die Verlage zu richten, sonder wirklich über Literaturagenturen zu gehen. Falls es aber nicht klappt, werde ich die Bücher wieder selbst vermarkten“, sagt der Halveraner. Der kürzlich fertiggestellte Ratgeber richtet sich an seine Künstlerkollegen und trägt den Titel „Künstler werden ist nicht schwer… Künstler sein dagegen sehr...“.

Das Buch solle nicht nur als Ratgeber, sondern auch als Mutmacher dienen, sagt die Frohnatur. „Die klare Message des Buchs lautet: Leute, gebt euren Traum nicht auf´. Dafür ist es aber auch ganz wichtig, dass man durchgehend authentisch ist und sich nicht verstellt. Man braucht einen Wiedererkennungswert und muss auch dringend daran festhalten. Du musst die Leute im positiven Sinne damit nerven.“

Smudo-Double schreibt Buch über Corona-Jahr: Silvesterauftritt als Wunschvorstellung

Diesen Wert hat Le Smoo mit seinem Kollegen King Eddy geschaffen. Sie treten in Anlehnung an den weltweiten Kino-Hit der 80er Jahre als Blues Brothers auf und haben dank guter Resonanz auch schon einen Auftritt in einer TV-Castingshow ergattert, die bald produziert werden soll. „Durch Corona verschiebt sich alles ein wenig nach hinten, aber wir bleiben dran. Ich bin beharrlich und war immer schon ein Fels in der Brandung. Mit Eddy habe ich zudem den perfekten Partner gefunden, wir kennen uns schon ewig und verstehen uns auch auf der Bühne blind“, erklärt der Künstler, der sich durch Corona einfach ein wenig „ausgebremst“ fühlt. „Es fühlt sich derzeit ein wenig an wie ein Film, bei dem einzelne Schnipsel in einer falschen Reihenfolge zusammengelegt wurden und nichts mehr zusammenpasst.“

Dennoch glaubt er fest daran, dass auch nach der Pandemie die Künstlerszene gefragt sein wird: „Die Auftrittswelle war vor Corona groß und wird es auch danach sein. Die Leute freuen sich doch alle darauf, auf die Emotionen und besonderen Momente. Allerdings traut sich derzeit natürlich keiner, Auftritte zu buchen. Keiner weiß, wo die Reise hingehen wird.“ Umso unverständlicher findet Le Smoo, dass Leute sich immer noch zu Privatpartys treffen oder sich generell nicht an die Corona-Schutzverordnungen halten. „Die Leute sollten sich bedeckt halten und aufeinander Rücksicht nehmen.“ Auch zum Thema Impfen hat der Künstler eine klare Haltung. „Sobald ich dran bin, werde ich mich auch impfen lassen.“

Und in nicht allzu ferner Zukunft möchte Le Smoo dann wieder die Zuschauer mit seiner Lebensfreude auf der Bühne erfreuen. Egal ob bei Geburstagen, Junggesellenabschieden oder Dinner-Shows – für ihn sei jeder Auftritt ein Unikat, bei dem er alles gibt, sagt Le Smoo. Seine Wunschvorstellung: An Silvester mit vielen Künstlerkollegen auf der Bühne zu stehen und den Applaus des Publikums genießen. Denn dieser fehlt ihn am meisten.
 

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