Skaterbahn im MK: Lange Suche nach neuem Standort

Abgebaut und eingelagert: Die Rampen der Katrineholmstraße stehen in Oeckinghausen beim Bauhof.
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Abgebaut und eingelagert: Die Rampen der Katrineholmstraße stehen in Oeckinghausen beim Bauhof.

Die Geduld der Jugendlichen ist langsam am Ende, die der Verwaltung jedoch nicht. In Sachen Skaterbahn soll es voran gehen. Einen Plan B gibt es auch.

Halver – Die Skaterbahn an der Katrineholmstraße ist seit einigen Monaten geschlossen. Aufgrund eines langjährigen Prozesses, den die Stadt gegen eine Anwohnerin verloren hat, darf die Anlage nicht mehr genutzt werden. Um das auch in jedem Fall zu umgehen, sind die Bahnen eingezäunt und mit Rindenmulch zugeschüttet worden. Noch deutlicher wurde das am 12. August, als die Bahnen abgebaut wurden. Seitdem stehen sie in Oeckinghausen auf einer Lagerfläche des Baubetriebshofs und werden bis zu einer weiteren Nutzung zwischengelagert.

Seit dem Urteil sucht die Stadt nach einem alternativen Standort. Mehrere Plätze waren im Gespräch. Herpine und Winkhof beispielsweise sind ausgeschieden, wie insgesamt acht Vorschläge. Im Rennen ist noch der Standort am Schulzentrum. Dort steht noch ein Gutachten aus, das die Frage beantworten soll, ob es für die Anwohner zu laut werden könnte. Chancenlos ist der Ort nicht, denn Schule und Kleinsportanlage stehen bereits, sagt Katrin Siegmund. Die Stadtarchitektin wurde mit dem Projekt im Bauamt der Stadt betreut. Ihr klares Ziel: diesmal alles richtig machen. Denn die Anlage an der Katrineholmstraße entsprach nie den Auflagen.

Neue Auflagen sind möglich

Am Standort Schulzentrum könnte es zu neuen Auflage kommen. Würde die Skaterbahn an diese Stelle umgesiedelt, dürfte sie eventuell nur zu bestimmten Zeiten öffnen. Sie müsste also eingezäunt sein und morgens wie abends auf- beziehungsweise abgeschlossen werden. An Sonn- und Feiertagen müsste zudem eine Mittagsruhe eingehalten werden, sodass ein weiteres Mal ab- und wieder aufgeschlossen werden muss. Personalaufwand und -kosten wären die Folge.

Vor allem aber sind es Einschränkungen, die Bürgermeister Michael Brosch den Jugendlichen nicht zumuten will. „Dann müssen wir uns die Zeit nehmen, um eine zukunftsfähige Lösung zu schaffen.“ Wenn jetzt eine neue Skateranlage geschaffen wird, soll sie auch einen hohen Nutzungsgrad haben, meint Brosch.

Dann müssen wir uns die Zeit nehmen, um eine zukunftsfähige Lösung zu schaffen.

Michael Brosch, Bürgermeister

Viele Möglichkeiten gibt es nicht mehr für einen neuen Standort, dafür sind Wohnbebauungen meist zu nah, erklärt Katrin Siegmund. Zu weit abseits soll die Anlage aber auch nicht sein. Muss an einem Standort erst Planungsrecht geschaffen werden, dauert es noch, bis die Skaterbahn an Ort und Stelle steht. Rund ein Jahr kann der Vorgang in Anspruch nehmen. Der Platz am Schulzentrum bräuchte diese Voraussetzung nicht. Sollte der Ort aber nur mit der Auflage von Öffnungszeiten ermöglicht werden, wird kein Weg am Planungsrecht und damit verbundenen Wartezeiten vorbeigehen.

Alternative an der Karlshöhe

Konkret in der Überlegung ist alternativ ein Platz an der Karlshöhe nahe des Reitvereins. Ein Grundstück, das dem Wasserbeschaffungsverband gehört, könnte erworben werden. Von Vorteil wäre dieser Standort auch, weil er für Oberbrügger wie Halveraner gut zu erreichen sei und es dank der Bushaltestelle eine gute Anbindung gebe, sagt Brosch. Während dieser Standort planungsrechtlich innerhalb der Verwaltung noch skeptisch beäugt wird, ist Michael Brosch optimistisch.

Eine Lösung sollte nur langsam in Sicht sein, denn die Jugendlichen werden ungeduldig. Bei ihnen entsteht der Eindruck, dass sich nichts tut, auch wenn das nicht der Fall ist, wie Arndt Spielmann sagt. An den Leiter des Jugendcafés Aquarium treten derzeit häufiger Jugendliche mit diesen Fragen heran.

Wie Katrin Siegmund in Aussicht stellt, soll es diesen Monat eine Entscheidung mittels des letzten Gutachtens für oder gegen den Standort Schulzentrum geben. Wenn man sich gegen den Standort entscheidet, wird es noch dauern. Solange stehen die Bahnen jetzt in Oeckinghausen. Ob alle Bahnen wieder genutzt oder sogar neue Rampen ergänzend angeschafft werden, wird sich zudem in der kommenden Zeit zeigen.

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