Standort an der Katrineholmstraße in Halver vor dem Aus

Skateranlage: „Wo sollen die Kinder denn hin?“

Skaterpark Halver Katrineholmstraße
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Kinder, Jugendliche und Eltern sind sauer: Sie setzen sich für den Erhalt der Skateanlage am Standort Katrineholmstraße ein – mit Maske natürlich.

Halver – Die Empörung ist groß. Riesengroß. Kinder, Jugendliche und Eltern machen mobil, in sozialen Netzwerken wird diskutiert und geschimpft. Die erfolgreiche Klage einer Anwohnerin gegen die Skateranlage an der Katrineholmstraße bewegt die Halveraner Gemüter.

Am Montag war die Anlage mit Zäunen abgesperrt worden, die Kinder und Jugendlichen kamen zunächst nicht mehr aufs Gelände mit ihren Skateboards, Inlinern, BMX-Rädern und Rollern. Doch das Schloss, dass die Bauzäune miteinander verband, ist geöffnet worden. „Und zwar nicht von den Kindern“, wie einige Eltern gestern vor Ort betonen. In der Tat: Das massive Schloss ist unbeschädigt, zudem erzählen viele Kinder unabhängig voneinander von „Männern in Orange“, die die Anlage wieder geöffnet hätten.

Die Eltern waren an der Anlage zusammengekommen, um gemeinsam ihren Ärger über die Situation zu äußern. „Unsere Kinder spielen hier jeden Tag. Wo sollen sie denn hin, wenn alles geschlossen wird?“, ist der Unmut über die klagende Anwohnerin groß. Viele der Kinder, die die Anlage nutzen, tun das seit vielen Jahren. „Hier nimmt einer auf den anderen Rücksicht, es geht immer sehr sozial zu“, berichtet eine Mutter, deren Jüngster immer mit auf die Anlage darf. „Der Platz ist so wichtig. Mein Sohn hat hier mit einem Laufrad angefangen, mit der Zeit sind auch die Sportgeräte mitgewachsen, mit denen er auf die Anlage kommt“, erzählt eine andere Mutter.

„Es ist überhaupt nicht so laut“

Während des Gesprächs nutzen die Kinder und Jugendlichen im Hintergrund den Skaterpark. „Das sind doch jetzt schon einige Kinder, und es ist überhaupt nicht so laut“, versteht einer der Väter den Unmut über die Anlage nicht – und normalerweise würde sich das Treiben der Kinder und Jugendlichen ja auch über den Tag verteilen. Weder den Eltern, noch den Kindern und Jugendlichen erschließt sich die Klage der Anwohnerin und das entsprechende Urteil des Verwaltungsgerichtes.

Gerade in Zeiten von Corona ist die Anlage für die Kinder noch wichtiger als ohnehin schon – schließlich gibt es keinerlei Sportangebote in den Vereinen. „Da sagt man immer, die Kinder sollen sich mehr bewegen und nicht ständig vorm Bildschirm hängen – und wenn sie das tun, ist es auch falsch?“

Dabei, da sind sich alle einig, hätten es die Kinder und Jugendlichen verstanden, wenn der Skatepark aufgrund der Pandemie geschlossen wäre. „Das wäre ja eine absehbare Zeit gewesen. Aber dass hier ganz geschlossen werden soll, verstehen sie nicht“, berichten die Eltern einhellig. Denn: Den Kindern und Jugendlichen fehlen in Halver schlicht die Alternativen zur Skateranlage. „Für die Spielplätze sind die meisten schon zu alt, und sonst gibt es quasi keine Angebote.“

Kaum Chancen auf erfolgreiche Berufung

Nach der Schließung des Skaterparks machte gleich das Gerücht die Runde, dass die Anlage zeitnahe demontiert werden solle. Ganz so weit ist es zwar noch nicht, jedoch sieht man in der Stadtverwaltung kaum Chancen, vor Gericht noch gegen die klagende Anwohnerin zu gewinnen im anstehenden Berufungsprozess. Dann darf die Anlage auch auf lange Sicht nicht geöffnet bleiben.

Dabei zeigten sich alle Betroffenen am Skaterpark gestern kompromissbereit: „Ein Zaun und geregelte Öffnungszeiten wären für die Kinder kein Problem. Ihnen geht es nur darum, dass sie hier weiter ihre Freizeit verbringen können – und das tun sie ja normalerweise auch erst nach der Schule.“

Die Aussicht, dass die Anlage komplett umziehen könnte, beruhigt die Gemüter der Nutzer und deren Eltern nicht: „Wie sollen denn dann speziell die Jüngeren zum neuen Standort kommen?“ Die zentrale Lage an der Katrineholmstraße sei gerade deshalb so geeignet, weil der Weg mit Bürgersteigen ausgestattet ist und die Kinder aus vielen angrenzenden Wohngebieten schnell vor Ort sind – auch aus der Innenstadt ist die Skateranlage schnell erreichbar. „Wenn hier wirklich keine Möglichkeit besteht, die Anlage zu erhalten, wäre es wichtig, schnell eine Alternative zu finden“, sind sich die Eltern einig. Dabei dürften nicht Monate und Jahre der Planung ins Land gehen, bevor es das Angebot an anderer Stelle für die Jungen und Mädchen gibt. Zumindest solange, so hoffen Kinder, Eltern und Jugendliche, soll der Skaterpark noch nutzbar sein.

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