Für die Jugendlichen

Skateranlage im MK: Rampen in der Stadt und im Wald geplant

Die Tricks vom Mittwoch sind Donnerstag schon wieder Geschichte. Der Bauzaun rund um die Skateranlage der Katrineholmstraße wurde Donnerstag wieder verschlossen. Jetzt äußern sich die Anwohner.
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Die Tricks vom Mittwoch sind Donnerstag schon wieder Geschichte. Der Bauzaun rund um die Skateranlage der Katrineholmstraße wurde Donnerstag wieder verschlossen. Jetzt äußern sich die Anwohner.

Es wird kurzfristig keine Alternative zur Skaterbahn an der Katrineholmestraße geben, das ist jetzt klar. An einer langfristigen Lösung arbeitet die Stadt Halver. Die Forstbetriebsgemeinschaft plant parallel einen offiziellen Trail im Wald.

Halver – Es wird kurzfristig keine Alternative zur Skaterbahn an der Katrineholmestraße geben. Das Gutachten zum Standort am Schulzentrum liegt vor, wie Katrin Siegmund, Architektin im städtischen Bauamt der Stadt, auf Anfrage bestätigt. Möglich wäre die Skateranlage dort nur mit Einschränkungen, gegen die sich Bürgermeister Michael Brosch schon vorweg entschied. Wenn, dann richtig – das ist das klare Ziel der Verwaltung. Dazu gehört nicht nur ein Standort, der bleiben kann, sondern auch ein Parcours, der ohne Einschränkungen genutzt werden kann. Am Schulzentrum müsste die Anlage abends abgeschlossen werden, an Feiertagen gebe es zudem Mittagsruhen. Neben den Einschränkungen, die man umgehen möchte, bedeutet das Schließen der Anlage auch Personalaufwand und -kosten. Der Standort Schulzentrum ist also raus.

Die Hoffnung war bis zuletzt da, jetzt muss die Verwaltung nach weiteren Standorten suchen. Ein Platz an der Karlshöhe war bereits im Fokus und bleibt es auch, wie Brosch sagt. Weitere Ideen gibt es ebenfalls. Einige Gespräche müssen dafür noch geführt werden, bevor man darüber spricht. Für die Möglichkeiten an der Herpine hatten Eltern bereits ihr Veto eingelegt und etwas Stadtnahes gefordert. Die Zielgruppe ist eher jung, eine soziale Kontrolle und kurze Wege sind der Wunsch aus der Elternschaft. Aufgrund der dichten Wohnbebauung ist das nahezu unmöglich, erklärt Katrin Siegmund.

Einen neuen Standort wird es geben, da ist sich Michael Brosch sicher. Es wird nur dauern. „Wir müssen uns die Zeit nehmen, um eine zukunftsfähige Lösung zu schaffen.“ Neben der Suche nach Standorten mit Blick auf den Emissionsschutz und eventuellen Grundstückskäufen, muss wahrscheinlich auch Planungsrecht geschaffen werden. Mindestens ein Jahr wird es noch dauern, bis es eine Lösung gibt. Bis dahin soll es auch Beteiligungsprozesse geben.

Die Leidtragenden sind die Jugendlichen, die seit Monaten verzichten. Im März war plötzlich ein Bauzaun um die Anlage an der Katrineholmstraße angebracht worden. Weil die Rampen dennoch genutzt wurden, schüttete die Stadt Berge von Rindenmulch auf die Bahnen. Vor wenigen Wochen wurden die Rampen jedoch gänzlich abgebaut, in Oeckinghausen abgestellt und warten dort jetzt auf einen neuen Aufstellort.

Hintergrund des Dramas ist eine langjährige Klage einer Anwohnerin an der Katrineholmstraße gegen die Stadt. Halver hat verloren, auch weil Fehler in der Vergangenheit gemacht worden sind. Der Platz, der zuvor ein Spielplatz für Kinder war, wurde 2005 zu einer Skaterbahn umfunktioniert. Die Klägerin erzählte im Gespräch mit unserer Zeitung im März, dass die Anwohner nicht informiert, sondern übergangen worden seien. Abgesehen davon hätte die Skateranlage nie an Ort und Stelle errichtet werden dürfen. Denn sie gilt als Freizeitanlage, nicht als Spielplatz. Die Auflagen mit Mindestabständen zu Wohnbebauung & Co. erfüllte sie nie. Und diesen Fehler will die Verwaltung nicht wiederholen. Auch, wenn es jetzt etwas länger dauern wird, bis die Jugendlichen, die gerne skaten und biken möchten, eine Alternative bekommen. 140 000 Euro stehen im Haushalt für die Anlage. „Das haben wir gemacht, um finanziell handlungsfähig zu sein“, sagt Brosch. Kritik, die Stadt investiere zwar in Straßen, Feuerwehr und Schulen, hinke im Vergleich. „Aber ich verstehe die Botschaft.“

Biken im Wald

Zusammenhänge zwischen der Schließung der Skateranlage an der Katrineholmstraße und selbst gebauten Anlagen im Wald werden hergestellt. Nahe der Firma Escha wurde vor einigen Monaten eine Anlage erbaut, die zum Verweilen einlädt. Neben Rampen aus Baumstämmen, Holz und Erdhaufen stehen eine Feuertonne, ein Schießstand und viel Werkzeug. Auch weiter außerhalb vom Stadtzentrum, in den Außenbezirken, wurden in privaten Waldstücken Wege für Mountainbikes gebaut. Die jedoch sind lediglich zum Biken angelegt worden. So auch die kürzlich thematisierte Anlage nahe der Fischteiche. Versammlungen im Wald sind eher Corona-bedingt entstanden.

Geht es nach Forstoberinspektor Ulrich Ackfeld und dem Waldgesetz ist eine Umwandlung des Waldes verboten. Das bedeute aber nicht, dass man kein Verständnis für die Jugend habe, betont Astrid Becker, Geschäftsführerin der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Halver. Die Rampe an den Fischteichen ist nicht neu, andere hingegen schon. Und einige der Neuen, auch eine am Märkischen Werk, gehen über Grenzen, die man dulden kann, hinaus. Aber man drücke immer „beide Augen zu“, sagt Becker. Die Wut, der in sozialen Medien Luft gemacht wurde, findet sie nicht gerecht. Normalerweise müsste viel härter dagegen vorgegangen werden. Wird es aber nicht.

Stattdessen gibt es Pläne, Überlegungen, zum Teil konkret. Die Gemeinschaft weiß um den Trend und die Nachfrage – und nimmt die Nutzung des Waldes auch wahr. Das Interesse nimmt die FBG ernst und hat zwei Bereiche näher im Blick, um einen offiziellen Trail für Biker zu schaffen: an der Herpine oder am Winkhof. Mehr Möglichkeiten habe man im Blick. „Wir wollen keinem etwas Böses, im Gegenteil“, sagt Becker. Offizielle Alternativen sollen den verbotenen Anlagen Halt gewähren. Im Sinne der Interessen und im Sinne des Waldes. Wenn, dann soll es offizielle Möglichkeiten geben.

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