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Krieg in der Ukraine: Das bedeutet die Eskalation für Halveraner Unternehmen

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Von: Florian Hesse

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Was bedeutet der Krieg in der Ukraine für die Wirtschaft?
Was bedeutet der Krieg in der Ukraine für die Wirtschaft? © Florian Hesse

Die Auswirkungen des Krieges im Osten Europas sind für die heimische Wirtschaft noch nicht absehbar. Die Südwestfälische Industrie- und Handelskamme zu Hagen beabsichtigt eine Blitzumfrage bei ihren Mitgliedern, um auszuloten, welche Abhängigkeiten es bei deren Wirtschaftsbeziehungen nach Russland und in die Ukraine gibt.

Halver - Die Halveraner Firma Escha sieht sich zunächst nicht direkt berührt, sagt auf Anfrage des Allgemeinen Anzeigers dort Florian Schnell, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit. Escha hat seit Juni 2020 einen Vertriebspartner in der ukrainischen Hauptstadt Kiew, aber kein eigenes Personal im Krisengebiet. Hauptgeschäftsfelder für Escha seien unverändert Westeuropa und China. Ähnlich äußert man sich auch bei TSL-Escha. Aktuelle betreffe das weder Export noch Import, sagt dort Katrin Wolff nach Abfrage innerhalb des Unternehmens.

Christian Wolf, Geschäftsführer Turck-Gruppe.
Christian Wolf, Geschäftsführer Turck-Gruppe. © Turck

Dezidiert äußert sich auf Anfrage auch Christian Wolf, Geschäftsführer der weltweit operierenden Turck-Gruppe mit großem Betrieb auch in Halver:

Ist die Turck-Gruppe mit eigenem Personal in den Konfliktländern Russland und der Ukraine vertreten?

Die Turck-Gruppe ist seit 2005 in Russland mit einer eigenen Vertriebsgesellschaft in Moskau vertreten. Angeschlossen an die Gesellschaft in Moskau sind Vertriebsbüros in verschiedenen Regionen Russlands. In der Ukraine haben wir keine Landesgesellschaft und keine eigenen Mitarbeiter. Dort werden Turck-Lösungen über eine eigenständige Vertretung angeboten, die ihren Sitz in Kiew hat und von Kollegen aus der Turck-Zentrale betreut wird.

Halten sich Mitarbeiter zurzeit noch dort auf?

Unsere Kolleginnen und Kollegen in Russland sind selbstverständlich weiterhin vor Ort, das Tagesgeschäft der Turck- Mitarbeiter in Russland wird derzeit noch nicht durch den Konflikt beeinträchtigt. Mit unserem russischen Geschäftsführer stehen wir auch in engem Kontakt, um die dynamische Situation regelmäßig zu bewerten. In der Ukraine beschäftigen wir keine eigenen Mitarbeiter, aber auch hier stehen wir in Kontakt und hoffen vor allem, dass alle Mitarbeiter und Familienmitglieder unseres lokalen Vertriebspartners sicher sind.  

Welche geschäftlichen Auswirkungen sind aus dem jetzt offen ausgebrochenen Konflikt absehbar?

Es ist leider zu befürchten, dass der russische Einmarsch in die Ukraine und die zu erwartenden Sanktionen deutliche Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung in der Region haben werden. Wie stark diese Auswirkungen letztlich sein werden, muss sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen, wenn klar ist, welche Sanktionen konkret umgesetzt werden. Russland ist ein durchaus relevanter Markt für Turck und auch ein wichtiges Abnehmerland für unsere deutschen und internationalen Kunden im Maschinen- und Anlagenbau, so dass die aktuelle Entwicklung auch für Turck nachteilige geschäftliche Auswirkungen haben wird.  

Frank Herrmann, Fachbereichsleiter International der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen.
Frank Herrmann, Fachbereichsleiter International der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen. © SIHK

Mit Sorge verfolgt man auch bei der SIHK die Situation. Der erste Gedanke müsse sicherlich den Mitarbeitern von Unternehmen aus der heimischen Region gelten, die sich dort aufhalten, sagt Frank Herrmann, als Fachbereichsleiter International der Außenhandelsexperte der Kammer.

Für die Mitgliedsunternehmen gelte es aber jetzt, sich vorzubereiten auf bereits geltende und weiterreichende zu erwartende Sanktionen, warnt Herrmann. Eine entsprechende Mitteilung sei in Vorbereitung. In den kommenden Tagen sei eine entsprechende Abfrage vorgesehen.

Der Angriff auf die Ukrainesei Verstoß gegen das Völkerrecht, man begrüße vor diesem Hintergrund die Sanktionen gegen Russland, sagte Herrmann im AA-Gespräch. Für die Firmen gelte es nun, zu prüfen, welche Vorprodukte man aus der Ukraine und aus Russland beziehe. Das könne beispielsweise Kupfer und Industriegase betreffen. „Funktionieren die Lieferketten in Zukunft noch?“ Das sei die Frage, die sich für die Firmen jetzt stelle.


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