Sex-Vorwürfe: Gemeinde setzt auf offene Gespräche

Der Kirchengemeinde „Christus König“ stehen unruhige Zeiten bevor. ▪

HALVER ▪ Abwartend haben am Montagabend Verantwortliche aus der Katholischen Kirchengemeinde „Christus König“ auf die Nachricht reagiert, dass ein Pfarrer aus der Gemeinde Bilder und eindeutige Sex-Angebote in einem Homosexuellen-Forum gestellt beziehungsweise gemacht haben soll. Der Betroffene war bis Redaktionsschluss nicht für unsere Zeitung erreichbar.

„Um sich und die Kirche zu schützen, wird er sein Amt ruhen lassen“, sagte Bischof Franz-Josef Overbeck nach einem Agenturbericht der „Bild“. Bis auf weiteres solle er nicht mehr in der Gemeinde tätig werden und auch keine Messe leiten. Juristisch habe der Mann keine Straftat begangen.

Gemeinderat verweist auf Kirchenvorstandssitzung

Ralf Wegerhoff, Vorsitzender des Gemeinderates, wollte noch keine Stellungnahme abgeben. Zugleich verwies er auf die reguläre Kirchenvorstandssitzung, in der man sich in dieser Woche mit den Vorwürfen auseinandersetzen will.

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Soll der Pfarrer in seiner Kirchengemeinde Christus König noch eine Chance bekommen? Haben die Gemeindemitglieder Einflussmöglichkeiten?

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Pastor Claus Optenhöfel, Geistlicher aus Breckerfeld und Mitglied im Pastoralteam der Gemeinde „Christus König“, plädierte in einer ersten Bewertung für einen offenen Umgang mit den Vorwürfen, die nun bundesweit für Schlagzeilen sorgen. „In der Gemeinde und Pfarrei wird das Thema so offen wie möglich ordentlich diskutiert werden“, verspricht Optenhöfel. Sowohl in der Pfarrei als auch in den Gottesdiensten und der breiten Öffentlichkeit werde darüber gesprochen.

"Vorwürfe auf Wahrheitsgehalt prüfen"

Erst sei aber zu klären, wie sich die Situation um den betroffenen Pfarrer löst. Vor allem ist Pastor Optenhöfel wichtig, die Vorwürfe auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu prüfen. „Wir müssen die Faktenlage sichten.“ Zugleich fürchtet der Geistliche um die Auswirkungen der Anschuldigungen. „Ich weiß noch nicht, was auf die Kirche zukommt.“ Wenn der Betroffene das Amt ruhen lässt, müssten die Aufgaben von anderen Verantwortlichen in der Gemeinde übernommen werden. ▪ Von Marco Fraune

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