Sex-Vorwürfe: Bistum und Gemeinde nehmen Stellung

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Pfarrer i.R. Balkenhol verlas den Brief des Bistums Essen. ▪

HALVER ▪ Mit der Verlesung von zwei Briefen wurde nach der Messe in der katholischen Kirchengemeinde Christus König gestern zu den Sex-Vorwürfen gegen den Pfarrer Stellung genommen.

Pfarrer i.R. Karl Balkenhol las einen Brief des Bistums Essens vor, in dem sich der Generalvikar Dr. Hans-Werner Thönnes zu dem Fall äußerte. Er ließ mitteilen, dass der Halveraner Pfarrer Bischof Franz-Josef Overbeck gebeten habe, ihn bis auf weiteres zu beurlauben: „Die Beurlaubungszeit wird ihm eingeräumt, um seine Lebensentscheidung für den Dienst als Priester und die damit verbundenen Konsequenzen in Ruhe überdenken zu können.“

Während dieser Zeit sei dem Geistlichen die Ausübung jeglichen priesterlichen Dienstes untersagt, hieß es in dem Schreiben weiter. Die Leitung der Pfarrei übernimmt laut Thönnes nun erst einmal Pastor Claus Optenhöfel, Geistlicher aus Breckerfeld und Mitglied im Pastoralteam der Gemeinde „Christus König“.

Auch die Vertreter von Kirchenvorstand, Pfarrgemeinderat und Gemeinderat nahmen in einem Brief Stellung, der gestern vorgelesen wurde. „Unser Ziel war eine gemeinsame Stellungnahme aller. Dabei haben wir gemerkt, dass ganz unterschiedliche Einschätzungen und Emotionen diese Tage prägen.“ Man bedaure sehr, dass der Pfarrer bis auf weiteres nicht mehr in der Gemeinde sei, wo er eine große menschliche Lücke hinterlasse.

„Wir danken unserem Pfarrer für seine gehaltvollen und würdevollen Gottesdienste, für seine ansprechenden und anrührenden Predigten, für seine konstruktiv gemeinte Kritik, für jede gute Spur, die er in einem Menschen gelegt hat. Viele von uns empfinden vor allem den sensationslüsternen Umgang der Medien mit ihm als verabscheuungswürdig und distanzieren sich ausdrücklich davon. Andere empfinden derzeit vor allem Ärger über den Pfarrer , der aus ihrer Sicht jede Glaubwürdigkeit verloren hat.“

Daher wünsche ihm der Kirchenvorstand Menschen, die ihm gut tun, Kraft und Mut, die Größe, zu sich und seinen Fehlern zu stehen, die Fähigkeit, sein Charisma neu zu entdecken und einen aufrechten Gang, heißt es in dem Schreiben weiter.

„Möge ihm die Zeit seiner Beurlaubung helfen, die richtige Entscheidung für seinen weiteren Lebensweg zu treffen. Wie immer diese Entscheidung ausfällt – wir tragen sie mit.“

Zugleich baten die Vertreter des Kirchenvorstandes alle Christen der Pfarrei, „den Weg des Evangeliums gemeinsam weiter zu gehen und einander dabei zu unterstützen. Vertrauen wir darauf, dass Gott uns mit seinem Heiligen Geist begleitet.“

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