CDU setzt auf vertikale Windkraftanlagen

HALVER ▪ Fukushima und die Folgen: Auch die CDU Halver hat nun das Thema „regenerative Energien“ für sich entdeckt. Fraktionsvorsitzender Peter Starke übersandte der Stadtverwaltung am Mittwoch einen entsprechenden Antrag, der erstmals im Rat thematisiert werden soll.

Unter anderem wird die Verwaltung darin aufgefordert, die städtischen Flächen als Standorte für die Nutzung von Wind-, Sonnen- und Wasserkraft zu nutzen. Auch eine „Stromtankstelle“ für Elektromobile ist im Gespräch. Das Besondere: Als Betreiber der Ernteanlagen soll die Stadt selbst fungieren. „Der Strom sollte zunächst die städtischen Gebäude und Institutionen versorgen und dann ins allgemeine Stromnetz eingespeist werden“, so der Vorschlag der CDU. Das sei durchaus möglich, erklärte Peter Starke auf Anfrage des AA. Nach Gespräch mit Experten sei deutlich geworden, dass eine Einspeisung ins allgemeine Stromnetz mit anschließender Vergütung nicht zwingend notwendig ist.

Nachdem die CDU vor acht Jahren eine klare Position gegen die Errichtung von Windkraftanlagen eingenommen hatte, relativiert sie diese ablehnende Haltung nun – allerdings plädiert die Fraktion nicht etwa für herkömmliche Windräder mit horizontaler, sondern für solche mit vertikaler Drehachse. Diese würden das Erscheinungsbild der Landschaft und Siedlungen nur geringfügig stören. „Die Aufbauhöhe beträgt nur 15 Meter“, sagt Peter Starke, der sich für die Errichtung der Anlagen auch solche Waldgebiete vorstellen kann, die durch den Sturm Kyrill zerstört wurden.

Doch auch der Solar- und Wasserenergie will sich die CDU widmen: Zum einen fordert sie zu prüfen, ob neben Realschule und Gymnasium die Dächer weiterer städtische Gebäude für die Stromerzeugung durch Sonnenkraft genutzt werden können. Zum anderen solle auch die Wasserkraft an Volme, Ennepe und Hälver auf ihr Energiegewinnungspotenzial hin untersucht werden. Mit dem Vorschlag, eine Stromtankstelle für Elektromobile einzurichten, knüpfe man bewusst an eine Veranstaltung zu diesem Thema im Kulturbahnhof an, die Ende März stattgefunden hat. Dass Investitionen in diesen Bereichen trotz Nothaushalts möglich sind, davon geht die CDU-Fraktion fest aus. Denn es handele sich um so genannte rentierliche Ausgaben, die genehmigungsfähig sind und sich durch Ersparnisse beziehungsweise eine Gewinnausschüttung in wenigen Jahren amortisierten „und danach auch Gelder in den allgemeinen Haushalt einbringen“.

In ihrem Antrag machen die Christdemokraten außerdem deutlich, dass sie nicht auf Ökostrom setzen wollen, der in Windparks in der Nordsee oder durch Wasserkraftwerke in Norwegen erzeugt wird. „Vielmehr muss die regenerative Energieproduktion in der Region entwickelt werden“, heißt es im Antrag. Man könne solche Energie in Halver ebenso gut selber erzeugen. ▪ Frank Zacharias

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