Sentiris plant Unterstützung für Schüler und sucht ehrenamtliche Hilfe

Lockdown „aufholen“ ohne Stress

Anna Gütschow und Kristian Hamm wollen bei Defiziten durch den Lockdown unterstützen.
+
Hilfe für Schüler: Anna Gütschow und Kristian Hamm wollen bei Defiziten durch den Lockdown unterstützen.

„Ich bin mehr als meine Leistung in der Schule.“ Dieser Satz eines Jugendlichen aus Kristian Hamms Bekanntenkreis skizziert vielleicht am besten das Gefühl, das viele junge Menschen aus den vergangenen Monaten des Lockdowns mitgenommen haben.

„Aufholen“ nennt sich ein Projekt, das die gemeinnützige Sentiris GmbH gerade ins Leben ruft und für das Sentiris noch ehrenamtliche Hilfe sucht.

Nicht nur der Distanzunterricht hat bei Schülerinnen und Schülern Spuren hinterlassen. All das, was ihr Leben neben dem Unterricht genauso und vielleicht mehr ausmacht, war über Monate eingefroren. Die Bestätigung auf dem Sportplatz, in der Jugendgruppe oder ganz normal in der Freizeit im Freundeskreis – das hat gefehlt und die Defizite gehen weit über den versäumten Unterrichtsstoff hinaus, sagt der Sentiris-Geschäftsführer mit Blick auf Rückmeldungen aus dem eigenen Bekanntenkreis, aber auch aus dem Umfeld der Einrichtungen für Kinder und Jugendliche. Auch in der Politik war diese Situation bereits Thema.

Die Erkenntnisse münden im genannten Vorhaben. Mit „Aufholen“ plant der Träger der freien Jugendarbeit ein Angebot an den drei Halveraner Sentiris-Standorten, das einerseits Unterstützung in schulischen Belangen beinhaltet, aber sozialpädagogisch begleitet werden soll.

„Vielleicht werden danach Waffeln gebacken, vielleicht geht’s mit dem Pferd in den Wald oder es gibt einfach Zeit für ein Gespräch.“ Was beim „Aufholen“ passiert, sei abhängig vom Einzelfall und vom Bedarf, sagt Hamm. „Wir sind kein Nachhilfeinstitut und kein Ersatz für die Arbeit, die an den Schulen geleistet wird“, sagt Hamm. Eher sollen die Mitarbeiterinnen von Sentiris und Ehrenamtliche als eine Art „Life-Coach“ fungieren – als „Puffer zwischen Schule und Elternhaus“, so die Überlegung.

Um Kinder und Jugendliche aufzufangen und in ihrem Selbstwertgefühl zu stärken, plant Sentiris das Angebot für Schüler von Grund- und weiterführenden Schulen an drei Standorten: in der Kindervilla, im Jugendtreff „Die Insel“ und in der eigenen Verwaltung an der Frankfurter Straße. Umgesetzt werden soll es durch Anna Gütschow (Kindervilla), Maria Halvatzi (Insel) und die Werksstudentinnen der Sozialen Arbeit, die zurzeit bei Sentiris beschäftigt sind.

Die fachliche Unterstützung will sich Hamm über das Ehrenamt holen. Er denkt an Abiturienten, die sich einbringen könnten, an Studenten und pensionierte Lehrerinnen und Lehrer, die dafür Zeit erübrigen würden. Die inhaltlichen Bedarfe sollen kurzfristig auch noch mit den Schulen abgestimmt werden, denn im Idealfall sollte das „Aufholen“ schon Anfang Juni beginnen.

Kontakt

Die Sentiris gGmbH ist unter Tel. 0 23 53/6 12 99 48 oder per E-Mail an aufholen@sentiris.de zu erreichen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare