Coronavirus in Halver

„Keine 100-prozentige Sicherheit“: Seniorenheime äußern sich zum Mutation-Vorfall in Leverkusen

Impfstoff Corona
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Seniorenheime in Halver äußern sich zum Vorfall in einer Einrichtung in Leverkusen

In einem Seniorenheim in Leverkusen sind 15 Bewohner an einer Mutation des Coronavirus gestorben. 47 ältere Menschen und 25 Mitarbeiter wurden infiziert. Im Nachhinein sei nachvollzogen worden, dass das Virus durch das Personal in die Einrichtung kam. Wie gehen die hiesigen Einrichtungen mit dieser Nachricht um?

Halver - Im Haus Waldfrieden hat sich knapp die Hälfte des Teams impfen lassen. Für Heimleiter Bernd Lauermann ist das ein Ärgernis, wie er zugibt. „Es ist schade, wenn Leute im Risikobereich arbeiten und sich nicht impfen lassen.“ Die Bedenken seien oft emotionaler Natur, was er nur schwer nachvollziehen kann. Weil es jedoch keine Pflicht gibt, akzeptiert er die Entscheidung der Mitarbeiter. Einige, wenn auch wenige, hätten sich umentschieden und möchten sich nun impfen lassen. „Aber dafür fehlt jetzt der Impfstoff.“ Die zweite Impfrunde beginnt kommende Woche.

So oder so, sagt Lauermann, „man lebt permanent mit dem Risiko.“ Mitarbeiter werden einmal wöchentlich getestet, Besucher vor jedem Betreten der Einrichtung. Täglich messen die Mitarbeiter ihre Temperatur. Ein Vorfall lässt weitere Unsicherheiten aufkommen: Bei einem Schnelltest erwiesen sich sechs Personen als positiv. Bei einem danach erfolgtem PCR-Test waren sie jedoch wieder negativ. „Es ist in beide Richtungen unsicher.“ Nicht jeder, der negativ getestet wird, ist es auch mit Sicherheit, sagt Lauermann.

Das sagt auch Linda Hauf, stellvertretende Leitung des Seniorenzentrums Bethanien. „Es gibt keine 100-prozentige Sicherheit.“ Zweimal wöchentlich wird das Personal getestet und jeden Tag werden die Temperaturen und Symptome festgehalten. Bewohner werden einmal in der Woche getestet, Besucher vor jedem Eintritt. Auch hier wurden durch Zufall schon Personen positiv getestet. „Sie waren geschockt“, sagt Hauf, „weil sie nämlich keine Symptome hatten.“ Dass es den Schnelltest gibt, sei grundsätzlich gut. Aber der Test und auch die Impfung sind kein gänzlicher Schutz. Auch Geimpfte können Überträger sein, sagt Hauf. Und krank, wenn auch in abgeschwächter Form, können die Bewohner auch trotz Impfschutz werden, so Hauf.

Deshalb werden sowohl Personal als auch Bewohner weiterhin getestet, wenn die Impfung abgeschlossen ist. Ärgerlich ist es für das Team im Bethanien, dass die zweite Impfrunde aufgrund fehlender Impfstoffe nicht abgeschlossen werden konnte. Die Bewohner haben ihre zweite Impfung erhalten, drei Mitarbeiter warten auf den Abschluss. Grund war eine falsche Bestellung. Auf den Vorfall in Leverkusen reagieren die Einrichtungen nicht. „Wir machen weiter wie bisher“, sagt Bernd Lauermann. Und auch Linda Hauf sagt, dass sie alles so machen, wie es ihnen das Gesundheitsamt vorgibt.

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