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Senioren-Wohnquartier stößt auf Widerstand

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Von: Florian Hesse

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Taugen die Wiesen, Flurbezeichnung „In der Erlinge“, für eine Bebauung und sind sie überhaupt verkehrlich erschließbar? Diese Frage wird in den kommenden Monaten zu beantworten sein. 
Taugen die Wiesen, Flurbezeichnung „In der Erlinge“, für eine Bebauung und sind sie überhaupt verkehrlich erschließbar? Diese Frage wird in den kommenden Monaten zu beantworten sein.  © Florian Hesse

Die Idee für ein „Senioren-Wohnquartier Erlinge“ in Oberbrügge-Ehringhausen stößt auf Widerstand. Nichtsdestotrotz fasste der Ausschuss für Planung und Umwelt am Donnerstagabend den Einleitungsbeschluss für einen entsprechenden Bebauungsplan. Damit ist für die Stadt und einen potenziellen Investor die Möglichkeit gegeben, die Realisierung des Vorhabens im Grundsatz zu prüfen.

Halver - Eine Reihe von direkt betroffenen Anwohnern der Heerstraße im nördlichen Bereich der Fläche wie im Osten aus der Wohnstraße Am Nocken waren eigens zum Thema in den Ratssaal gekommen. Sie hatten in einer Sitzungsunterbrechung Gelegenheit, ihre Einschätzungen und Bedenken vorzutragen und auch klarzumachen, dass über ihre eigenen Grundstücke eine Erschließung der jetzigen Wiesenflächen ausgeschlossen sei. Am Ende votierte der Ausschuss mit breiter Mehrheit für den Einleitungsbeschluss, zwei Nein-Stimmen und eine Enthaltung kamen aus den Reihen von Grünen und FDP.

Nähe zum Bürgerhaus

In einer für den Ausschuss kurzfristig nachgereichten Vorlage hatte die Bauverwaltung die Überlegung in den Raum gestellt, die weitgehend ungenutzten Wiesen oberhalb des Bürgerhauses mit Mietwohnungen für ältere Bürger aus dem Stadtteil zu überplanen. Charme des Vorschlags wäre an diesem Standort insbesondere die Nähe zum Bürgerhaus und zum Mehrgenerationenpark unterhalb der Grundschule, wie Jürgen Wichert, SPD-Ratsherr und Vorsitzender des Aktionsbündnisses Oberbrügge-Ehringhausen, deutlich machte. Und das sieht wohl auch der Investor so, der genau diesen Standort für das Vorhaben favorisiert, wie Kämmerer Simon Thienel, zuständig für Bauleitplanung, deutlich machte für das angedachte Quartier mit Möglichkeiten auch der Begegnung und Beratung, das sich auch architektonisch in der Landschaft einfügen müsse. 

Doch die Anwohner hängen an der freien Sicht und an den unberührten Wiesen – und nicht nur das: Es sei davon auszugehen, dass der Baugrund in der leicht hängigen Lage nicht oder nur mit enormem technischen Aufwand nutzbar sei, schilderte einer der Anlieger aus praktischer Erfahrung die Lage. Und ohne funktionierende Erschließung, so die weitere Argumentation, sei es überdies sinnlos, Geld in weitere Planungen und Untersuchungen zu stecken. Zwei von drei potenziellen Zuwegungen stehen mit Stand von Donnerstag jedenfalls nicht zur Verfügung.

Interessen abwägen

Es gehe für die Politik – auch im Bereich Erlinge – um einen schwierigen Abwägungsprozess zwischen berechtigten Einzelinteressen und der Stadtentwicklung im Allgemeinen, versicherte Paul--Adolf Turck (UWG) im Sinne aller politisch Beteiligten im Raum. Mit dem Einleitungsbeschluss entstehe noch keinerlei Festlegung, sondern die Möglichkeit für die Verwaltung zur Prüfung durch entsprechende Fachbüros. Das gilt nun in erster Linie für die Entwässerungssituation.

Ziemlich sicher ist, dass das Seniorenquartier Erlinge den Fachausschuss noch geraume Zeit begleiten könnte. Die nächste Zusammenkunft dürfte dann mit einer Ortsbesichtigung verbunden sein. Alle interessierten Anwohner sind bereits jetzt dazu eingeladen.

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