Lindenhofschule Halver

Selbsttest an Grundschule: „Es hat in der Nase gekitzelt“

Lindenhofschule in Halver
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Selbsttests an der Lindenhofschule waren zumindest für die Schüler kein Problem.

Seit Montag müssen sich Grundschüler testen. Wir haben mit zwei Kindern aus der Notbetreuung gesprochen. Den Trubel können zumindest diese beiden nicht verstehen und erzählen, wie es war.

Halver – Seit Montag gilt die Testpflicht an Schulen. Während der Großteil der Schüler die erste Woche nach den Ferien im Distanzunterricht bleibt, waren einige Kinder in der Notbetreuung an der Lindenhofschule. Für die Sechs- bis Zehnjährigen hieß es am Montag, sich vor Unterrichtsbeginn zu testen. Anders als vor den Ferien, wo es den Test nur an weiterführenden Schulen und auf freiwilliger Basis gab, sind jetzt auch die Grundschüler in der Pflicht.

Der Montag verlief gut, sagt Monika Lauterbach. Die Schulleiterin ist froh, die erste Woche mit nur wenigen Schülern zum Üben nutzen zu können. Die Kinder müssen sich selbst testen, die Lehrer moderieren. Fünf Kinder waren am Montag da – zwei Lehrer haben sie beim Testvorgang unterstützt, sagt Lauterbach. „Die Kinder haben das gut gemacht.“ Zwei Schüler haben mit uns gesprochen:

Schüler berichten:

„Ich war ein bisschen aufgeregt“, sagt ein 9-jähriger Schüler. Er war froh, als das Ergebnis des Tests negativ war. Der Test an sich „war wirklich nicht so schlimm“. Aber es habe in der Nase gekitzelt – „Mir kamen Tränen.“ Für seine 10-jährige Mitschülerin war das nicht der erste Test. Trotzdem sagt sie: „Ich hatte Angst, dass es eklig ist.“ Den ersten hatte ihre Mutter bei ihr gemacht. Jetzt, sagt sie, könne sie das auch alleine. „Das kitzelt nur.“

Der organisatorische Aufwand jedoch sei nicht unerheblich, sagt Monika Lauterbach. Tests gibt es an der Lindenhofschule zwar genug. Die Art der Tests erschwert den Ablauf jedoch. Die Teststäbchen müssen mit einer Lösung in Verbindung gebracht werden. Diese ist bei den gelieferten Tests in einer Flasche, die für 20 Stäbchen reicht. Jeder Schüler muss zehn Tropfen verabreicht bekommen. Ein Mehraufwand.

Organisatorischer Aufwand

Wie das dann mit rund 13 Kindern, die im Wechselunterricht sind, ab kommenden Montag klappen soll, kann sie noch nicht abschätzen. Wobei die Schulleiterin ohnehin nicht davon ausgeht, dass die Schüler kommende Woche wirklich wieder im Präsenzunterricht sein werden. Sie wartet auf die Entscheidung der NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer.

Wenn es kurzfristig doch heißen sollte, dass die Schulen weiterhin digitalen Unterricht machen müssen, ist man an der Schulstraße vorbereitet. „Wir können von jetzt auf gleich mittlerweile beides machen.“ An das Hin und Her und die kurzfristigen Entscheidungen hat man sich auch in Halver gewöhnt – ohne dass man es gutheißt, wie das Land mit den Schulen und den Familien umgeht.

Viele Eltern rufen in der Schule an

Das Telefon steht am Montagvormittag nicht still. Viele Eltern rufen an, haben Fragen. „Es hat sich vieles angestaut“, sagt Lehrerin Sara Nothjunge. Grundsätzlich sagt auch Monika Lauterbach, dass man das Testen „lieber in die Hand der Eltern geben“ möchte. Allerdings vor allem aus den genannten organisatorischen Gründen.

Bedenken dahingehend, was es mit Kindern machen könnte, wenn ihr Ergebnis positiv ist, hat die Schulleiterin in der Form nicht. Online gibt es Petitionen, die sich dafür einsetzen, das Testen für Kinder zu verbieten. Das sei aber übertrieben. Dass ein Kind aus dem Unterricht musste, kam schon mal vor. Etwa wenn Eltern anrufen und mitteilen, dass sie positiv getestet wurden. Dann mussten die Schüler auch direkt abgeholt werden. „Man muss die Kinder kindgerecht begleiten“, sagt Lauterbach.

Lehrer sind immer bei den Kindern

Man kann den Lehrern vertrauen. Wenn ein Schüler ein positives Testergebnis hat, heißt es zum einen nicht, dass er krank ist, und zum anderen auch nicht zu 100 Prozent, dass er jemand tatsächlich infiziert ist. Ein PCR-Test bringt am Ende Licht ins Dunkel. Das erklären die Lehrer ihren Schülern. „Wir begleiten die Kinder.“

Ob man sich als Lehrer sicherer fühlt, wenn die Kinder negativ getestet in der Schule sind, mag Lauterbach pauschal nicht beantworten. Eine 100-prozentige Sicherheit gebe es auch durch die Tests nicht. Aber „wenn man so einen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leistet, ist das ok – man muss auf die Wissenschaftler hören.“

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