Sekundarschule: So sehen die Bedingungen aus

Interessiert verfolgten mehr als 50 Zuhörer in der AFG-Aula die Ausführungen Hartmut Wächters zur Sekundarschule. ▪

HALVER ▪ Es ist selten, dass allein ein Datum bei den Ratsmitgliedern aus Halver und Schalksmühle für Begeisterung sorgt. Doch der 4. September 2013 veranlasste die Anwesenden am Mittwoch in der AFG-Aula dann doch zum Klatschen: An jenem Mittwoch, so hofft der ehemalige Realschulleiter Hartmut Wächter, wird die neue Sekundarschule ihren Betrieb aufnehmen.

Doch bis dahin, auch das wurde im Laufe seines 45-minütigen Referats deutlich, ist noch viel zu tun.

Wächter, der diesmal nicht als SPD-Fraktionsmitglied, sondern als ausgewiesener Schulexperte ans Rednerpult der AFG-Aula getreten war, blickte zunächst auf den im vergangenen Jahr in Düsseldorf gefassten Schulkonsens und dessen Folgen zurück. Bis 2019/20 muss demnach auch die letzte Verbundschule des Landes in eine Sekundarschule umgewandelt worden sein – ein klares Signal in Richtung Schalksmühle.

Besonders hervor hob Hartmut Wächter den weiterhin zweigleisigen Bildungsweg, der sowohl auf den Beruf als auch auf die gymnasiale Oberstufe vorbereiten soll – als Kooperationspartner, daraus machte Wächter keinen Hehl, böte sich da das Anne-Frank-Gymnasium an, wobei er später auf Nachfrage Monika Ebbinghaus’ (CDU Halver) auch klar stellte, dass die Sekundarschüler nach der zehnten Klasse auch auf jedes andere Gymnasium wechseln können.

„Die Sekundarschule ist auf keinen Fall eine Restschule“, betonte der Referent, der allerdings einräumte, dass es weder Lehrpläne noch eine Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die neue Schulform gebe – diese müsse bis spätestens zum Sommer jedoch aus Düsseldorf vorliegen.

Mögliche Formen

Doch auch ohne diese wichtigen Rahmenbedingungen sind einige mögliche Formen der Sekundarschule schon jetzt bekannt: Der so genannte Klassenfrequenzrichtwert der Schule läge künftig bei 25 Schülern, die wöchentlichen Unterrichtspflichtstunden der aktuellen Haupt- und Realschullehrer würden von 28 auf 25,5 Stunden reduziert. Noch wichtiger für Eltern und Schüler ist jedoch die Unterrichtsorganisation: Während die Klassen 5 und 6 in einem Klassenverband „mit Differenzierung und Förderangeboten“ unterrichtet werden sollen, könne die Schule ab der Klasse 7 drei Wege einschlagen: die weiterhin „integrative Form“ mit Klassenverbänden, die „teilintegrative Form“ mit zusätzlichen Grund- oder Erweiterungskursen sowie die „kooperative Form“, bei der die Kinder entsprechend ihrer Schullaufbahnen (Hauptschule/Realschule/Gymnasium) in Klassenverbände eingeteilt werden. Zwei Fremdsprachen würden auch künftig angeboten, optional ab der Klasse 9 auch eine dritte.

Aufteilung der Schüler

Besonderes Augenmerk legten die Ratsmitglieder am Mittwoch auf die Regelung der Teilstandorte Halver und Schalksmühle. Für die Aufteilung der Schüler gebe es zwei Möglichkeiten, so Wächter: Zum einen die horizontale Gliederung, bei der die Parallelklassen an einem Ort unterrichtet werden – zum Beispiel die fünften und sechsten Klassen in Schalksmühle und die siebten bis zehnten in Halver. Zum anderen könne eine vertikale Gliederung erfolgen: Danach würden sämtliche Jahrgänge wohnortnah angeboten und entsprechende Klassenverbände gebildet.

Ob letztlich eine Sekundarschule für Halver und Schalksmühle gebildet werden kann, hängt jedoch nicht zuletzt von der Zahl der Anmeldungen ab. Denn: Um eine interkommunale Schule gründen zu können, ist eine Fünfzügigkeit notwendig – eigentlich. Ausnahmen seien möglich, erklärte Hartmut Wächter, wenn etwa bei Einzügigkeit in einem Ort der „Qualitätsanspruch“ nicht leidet. Der einstige Realschulleiter schloss mit einer persönlichen Einschätzung – und äußerte sich klar: „Die Sekundarschule ist der Weg für die Weiterentwicklung des Schulsystems, das die erfolgreiche Arbeit der Hauptschule und Realschule übernimmt und weiterentwickelt.“ Als gymnasialer Partner komme das AFG in Frage. Um eine Akzeptanz zu schaffen, müsse die Sekundarschule „eine Strahlkraft erreichen und als Leuchtturm in unserer Schullandschaft stehen“, bezog Hartmut Wächter am Ende seines Vortrags klar Stellung. ▪ Frank Zacharias

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