33-Jähriger widersetzt sich Verbot

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Halver/Lüdenscheid - Wenig, um nicht zu sagen gar kein Interesse an seinem Termin hatte ein 33-jähriger Mann aus Halver, auf den im Amtsgericht Lüdenscheid eine Richterin, eine Amtsanwältin, sein Verteidiger und eine Protokollführerin vergeblich warteten.

Eine dreimonatige Haftstrafe wegen eines tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, die zur Bewährung ausgesetzt worden war, stand in den Akten. Und es hätte möglicherweise ein Widerruf der Bewährung gedroht, wenn es sich nun um ein schwereres Vergehen gehandelt hätte. 

Zu verhandeln war aber über sieben Fälle von Hausfriedensbruch: Laut Anklage hatte der Mann immer wieder das Gebäude des Jobcenters in Halver betreten, um dort ihm zustehende Sozialleistungen abzuholen. Aufgrund unbekannter Ereignisse hatte ihm das Jobcenter aber ein umfassendes Betretungsverbot für die Einrichtung auferlegt. Nur am Dienstag dürfe er kommen. Dagegen soll der 33-Jährige beharrlich verstoßen haben. 

Amtsanwältin und Richterin brachten aufgrund der Abwesenheit des Angeklagten einen schriftlichen Strafbefehl auf den Weg. Eine Geldstrafe sei wegen der finanziellen Probleme des Angeklagten nicht zielführend, urteilte Richterin Kristina Thies. „Sonst läuft er wieder jeden Tag beim Jobcenter auf.“ Sie verurteilte den Angeklagten zu einer weiteren Haftstrafe. 

Aus den drei Monaten auf Bewährung wurden nun sechs Monate, die vorerst ebenfalls nicht vollstreckt werden sollen. Sollte der Angeklagte das nicht akzeptieren und einen weiteren Termin wünschen, kann er Widerspruch gegen den Strafbefehl einlegen.

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